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Bücher und Buchbeiträge


Klaus Reichold

Warum Bayern ein orientalisches Land ist und andere weiß-blaue Wahrheiten

Hardcover mit Lesebändchen, 174 Seiten
17,00 € (D), ISBN 978-3-944936-49-9

Edition Luftschiffer, München 2020
E-Book mit Direktlinks zu historischen Quellen,
München 2021

Der Ausspruch "Mia san mia" ist schon immer ein ausgemachter Schmarrn. Denn kein Mensch weiß, wer die Bayern wirklich sind und woher sie kommen. Aus Bayern jedenfalls nicht. Selbst die Landespatronin, die Muttergottes, ist eine "Zuagroaste" aus Galiläa.

Zugegeben: Der Orient ist nur eine der Quellen, aus denen sich das weiß-blaue Wesen speist. Bayern ist aber ähnlich exotisch, geheimnisvoll und rätselhaft – viel bunter und widersprüchlicher, als man gemeinhin denkt. Seine Identität schöpft das Land vor den Bergen daraus, dass es seit Jahrhunderten Menschen, Kulturtechniken und Traditionen aus aller Herren Länder höchst erfolgreich integriert und vereinnahmt.

Von der Weite der bayerischen Welt erzählt Klaus Reichold auf ebenso amüsante wie kenntnisreiche Weise.


Ausgezeichnet vom Bayerischen Staatministerium für Wissenschaft und Kunst     

"Humorvoll und provokativ werden urbayerische Phänomene auf ihre globalen Einflüsse zurückgeführt – anarchisch und subversiv zeigt sich bayerisches Brauchtum im Weltzusammenhang."

Wir freuen uns sehr, dass die Jury unser neues Buch von Klaus Reichold mit dieser Begründung zu einem der zehn besten Independent-Bücher Bayerns erklärt hat. „Mit der Hotlist ‚Bayerns Beste Independent Bücher‘ würdigen wir zehn herausragende Titel unabhängiger Verlage und schaffen Öffentlichkeit für diese Schätze des bayerischen Literaturbetriebs“, betonte Kunstminister Bernd Sibler bei der Prämierung in München." (Aus der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst)

Alle Preisträger und Informationen finden Sie auf der Seite des Staatministeriums ...


Inhaltsverzeichnis:

  • Prolog     
  • Warum Berlin genau genommen zu Bayern gehört     
  • Warum Bayern nicht mehr am Mittelmeer liegt     
  • Warum Franken und Schwaben keine Lederhosen tragen dürfen     
  • Warum die Weißwurscht irgendwie indisch schmeckt     
  • Warum die Oberpfalz an Sibirien erinnert     
  • Warum es ohne Niederbayern keine Zauberflöte gäbe     
  • Warum Oberbayern eine einzige Völkerschau ist     
  • Warum die Bayern so schüchtern sind     
  • Warum man mit den Bayern keinen Krieg gewinnen kann     
  • Warum man in Bayern nicht mehr auf die Preußen schießen darf     
  • Warum syrische Bogenschützen das römische Bayern bewachten     
  • Warum sich Lenin in Bayern Meyer nannte     
  • Warum die Bavaria ihre Existenz dem Untergang der osmanischen Flotte verdankt     
  • Warum Bayern ein orientalisches Land ist     
  • Warum es im Himmel so ausschaut wie im Tegernseer Tal     
  • Anmerkungen     
  • Lesetipps     
  • Register     



Klaus Reichold & Thomas Endl

Die phantastische Welt des Märchenkönigs - Ludwig II.
Biographie

Klappenbroschur
280 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Verweisen
zu digitalisierten Quellen und weiterführenden Informationen,

Edition Luftschiffer, München 2017 (2. Auflage 2020),
im E-Book mit Direktlinks

Aktualisierte und erweiterete Neuausgabe des ursprünglich bei Hoffmann und Campe erschienenen Hardcovers Ludwig forever – Die phantastische Welt des Märchenkönigs

 

Pressestimmen zur Erstausgabe:

"Amüsant und wissensreich geschrieben, großartige Lektüre. Wer dieses Buch liest, hat viele Rätsel des Märchenkönigs gelöst, ohne dass das Geheimnisvolle verloren gegangen ist!" (Abendzeitung, München)

“Ein launig zu lesender, anekdotenschlauer Klatschreport.
Oder anders: ein Ausflug in die Welt des ersten bayerischen Popstars.”
(Münchner Merkur)

“Die vielen Farbbilder begrüßt der Leser, weil sie die Bandbreite des Themas ‘Ludwig II.’ ins Visuelle fortsetzen (...). Auch das eine oder andere Gemälde wird zur Illustration herangezogen - etwa das von Dieter Olaf Klama, ‘Ich, der König’, 1998. Darunter notieren die Autoren: ‘Jeden Tag frisch onduliert - erst der Friseur macht aus dem König ein Märchen’. Ja, so lustig geht es in dem materialreichen, historisch das gesamte Umfeld Ludwigs II. beschreibenden Buch zu.”
(Chiemgauer Blätter)

„Die Autoren haben sich auf die Spuren des Märchenkönigs begeben und Erstaunliches herausgefunden.“ (ARD Nachtmagazin)

“Mit ihrem spannend geschriebenen Buch zeigen Endl und Reichold, dass man große Geschichte oft über Kleinigkeiten aus dem Alltag besser begreift - verblüffend und unterhaltsam.” (Online-Portal von 3sat Kulturzeit)

“’Ludwig forever’ ist ein herrliches Buch zum Schmökern. Dazu passt die bunte Bildauswahl - und das sieht manchmal richtig camp aus.” (Leo - das queere magazin in bayern)

„Dass Ludwig am Ende seines Lebens nur noch sechs Zähne gehabt hat, ist eines der vielen Details, mit denen sich diese beiden Autoren von dem weit verbreiteten Ludwig-Kitsch abheben. Dass er aber keineswegs nur der versponnene Träumer war, ist ebenfalls gut belegt in diesem neuen Buch.“ (Bayerisches Fernsehen)


Er träumt von absolutistischer Allmacht und ist ein Opfer der Ohnmacht.
Er sieht sich als Fürst des Friedens und führt zwei furchtbare Kriege.
Er verdammt den Sog der Moderne und bedient sich der neuesten Technik.
Er fürchtet den Gang zum Zahnarzt und vergöttert tapferer Ritter.

Er wollte eigentlich Schiffskapitän werden.
Er fuhr das erste elektrisch beleuchtete Fahrzeug der Welt.
Er dachte darüber nach, seine Residenz von München nach Kabul zu verlegen.
Er plante einen Chinesischen Sommerpalast vor der imposanten Kulisse schneebedeckter Alpengipfel.

Ludwig II. ist der Bühnenbildner seiner eigenen Traumwelten – und zugleich sein eigener und einziger Zuschauer. Am Ende erklärt man ihn für verrückt. Dabei wird Ludwig II. schon zu Lebzeiten wie ein Popstar verehrt. Mit seinem Tod wird er zum Mythos. Warum eigentlich?   

Ein Feuerwerk erstaunlicher und sinnlicher Details aus dem Leben Ludwigs II. erklärt seine Anziehungskraft über alle Zeiten hinweg.


Aus dem Inhalt

Das himmlische Finale zum irdischen Trauerakte: Der tote König
Sie haben ihn in' See neigsteßn: Die Gerüchteküche
Sire, einzig wahrer König dieses Säkulums: Die Verklärung
Vom Fin de siècle zum Science fiction: Die Zeitumstände
Ein Märchenprinz im grünen Sammetrocke: Der Thronfolger
Das Bulyowsky-Luder soll sich zum Teufel scheren: Die Liebe
Langjang, Lederstrumpf und Lohengrin: Die Geisteswelt
Ich kann nicht leben in dem Hauch der Grüfte: Der Rückzug
Vom Zauber des Hindu-Kuh: Die Gegenwelt
Man muss sich solche Paradiese schaffen: Der Traumhaus-Architekt
Eine letzte Erfüllung: Die Meerfahrt


Textbeispiel

Es war zwei Uhr nachts, wenn nicht später. In den endlosen Gängen der Münchner Residenz herrschte gespenstische Stille. Und nirgendwo zeigte sich ein Diener! Philipp zu Eulenburg, seit knapp fünf Jahren Legationssekretär der Preußischen Gesandtschaft in Bayern, eilte orientierungslos durch die spärlich beleuchteten Korridore. Er kam von einer Unterredung mit dem preußischen Kronprinzen und dem Großherzog von Baden, die in der Residenz logierten und ihn zu sich gebeten hatten. Er sollte ihnen erzählen, was in der Nacht zum vergangenen Montag wirklich passiert war. Dieser Pflicht hatte er, aus seiner Sicht, Genüge getan. Jetzt wollte er endlich nach Hause. Aber wo ging es hinunter ins Parterre, zur Pforte, die auf die Residenzgasse hinausführte? Am Ende eines dunklen Ganges zeichnete sich eine Tür ab. Eulenburg öffnete sie – und „prallte entsetzt zurück“, wie er in seinen Erinnerungen erzählt. Denn er stand auf einer Empore der Hofkapelle und blickte direkt in den offenen Sarg Ludwigs II.: „So hoch war der Katafalk, auf dem die Leiche des Königs in der Tracht der Georgsritter ruhte, daß sie den Rand dieser Galerie erreichte. Schauderhaft verzerrt war das rot und weiß geschminkte Totenantlitz, auf dem der Widerschein der gelben Kerzen sich spiegelte!“, so Eulenburg. Seit Jahren hatte sich Ludwig II. kaum in seiner königlichen Haupt- und Residenzstadt München aufgehalten – jedenfalls nicht länger als jene einundzwanzig Tage, die die Verfassung dem Monarchen zwingend vorschrieb. Jetzt aber war er für immer zurückgekehrt. Und das Volk, das ihn – den Einsamen, Menschenscheuen, Weltflüchtigen – nur noch vom Hörensagen kannte, kam in hellen Scharen, um ihn ein letztes Mal zu sehen …



Klaus Reichold
Himmelskind und Adonis, Falstaff und Märchenkönig – Das Bild Ludwigs II.

in: In die Wiege gelegt – Ludwig II.
Der gottgeschenkte Märchenkönig
herausgegeben von Christoph Kürzeder und Patrick Charell

172 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Allitera Verlag, München 2018

Der Schutzengel Bayerns schlägt die seidene Decke der Königswiege zurück und erwartet kniend den Thronfolger der Wittelsbacher Dynastie. Vom Himmel herab tragen zwei weitere Engel ein neugeborenes Kind. Man schreibt das Jahr 1845. Das Kind ist der spätere Märchenkönig Ludwig II. Der Künstler Franz Xaver Nachtmann hat diese allegorische Szene für den Münchner Hof noch im Geburtsjahr des berühmten bayerischen Monarchen geschaffen. Es ist die erste Abbildung Ludwigs II. überhaupt!

Bisher völlig unbekannt, stellt das Diözesanmuseum Freising dieses faszinierende Kunstwerk erstmals der Öffentlichkeit vor. Die Vielschichtigkeit des Bildes bietet zahlreichen Gastautoren – darunter Reinhard Heydenreuter, Gerhard Immler, Brigitte Langer, Hans Ottomeyer, Alexander Rauch, Klaus Reichold und Markus Spangenberg – das Material für profunde Beiträge, die das Kunstwerk aus verschiedenen Blickwinkeln in einen Kontext setzen. So wird eine bislang wenig bekannte Seite aus dem fesselnden Leben König Ludwigs II. von Bayern beleuchtet.

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Klaus Reichold

Überrraschende Vielfalt -
Die Kulturlandschaften Oberbayerns

in: Oberbayern
Vielfalt zwischen Donau und Alpen - Jenseits des Klischees
herausgegeben von Norbert Göttler

216 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Volk Verlag, München 2014

"Natürlich ist Oberbayern ein Paradies. Und wenn Ludwig Ganghofer nicht flunkert, wusste man das schon vor Jahrhunderten. Denn er legt einem Augustiner-Chorherrn namens Eberwin, der um 1100 lebte, einen Satz in den Mund, der zu den hübschesten Beispielen wohlformulierter Heimatverbundenheit gehört: 'Herr, wen du lieb hast, den lässest Du fallen in dieses Land!'
Den braven Eberwin gab es tatsächlich. Er war der erste Propst des Klosterstifts Berchtesgaden. Und ob er den zitierten Satz so gesagt hat oder nicht, ist völlig wurscht.

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Klaus Reichold

Heimatkunde Bayern

Warum Bayern nicht mehr  am Mittelmeer liegt, Papst Benedikt kein Bayer sein kann und Renitenz eine weiß-blaue Tugend ist

128 Seiten, Hoffmann und Campe (Cadeau),
Hamburg 2010

“Klaus Reichold verwebt Geschichte und Menschenschlag Bayerns auf ebenso weltläufige wie amüsante Weise. Wer Bayern und seine Bewohner jenseits aller Klischees wirklich verstehen will, muß dieses Buch lesen.” (Verlagstext)

“Sprachlich ist es ein Genuß. Und auch die einzelnen
 Themen sind wunderbar virtuos gezeichnet.”
 (Bayerischer Rundfunk)

“Die Heimatkunde von Klaus Reichold hat ersichtlich nicht den Ehrgeiz, Bayern neu zu erfinden, wohl aber den, die bekannten bayerischen Elemente mit weniger bekannten anzureichern und das Ganze so zu präsentieren, dass auch die Klischees frisch erstrahlen und sich wieder mit Anstand sehen lassen können.” (Süddeutsche Zeitung)
 


Nirgendwo sind die Berge so hoch, die Seen so blau  und die Biergärten so schön schattig wie in Bayern. Doch selbst im Land der Dirndl und der Schweinshaxn haben sich die Zeiten geändert. So besteht der Dreiklang der weiß-blauen Kampfsportarten nicht mehr aus Zitherspielen, Tabakschnupfen und Fingerhakln, sondern aus  Bouldern, Mountainbiking und Weight Watching.  Überhaupt ist Bayern sehr viel bunter, widersprüchlicher und weltläufiger, als man gemeinhin denkt - was auch daran liegt, dass man hier schon seit hundert Jahren nicht mehr auf die Preußen schießen darf.


Aus dem Inhalt

Warum Berlin genaugenommen zu Bayern gehört
Warum Bayern nicht mehr am Mittelmeer liegt
Warum Franken und Schwaben keine Lederhose tragen dürfen
Warum die “Weißwurscht” ein Faschingsscherz ist
Warum Daniel Kübelböck zwangsläufig mit einem Gurkenlaster zusammenstoßen musste
Warum die Bayern ebenso bescheiden wie schüchtern sind
Warum man mit den Bayern keinen Krieg gewinnen kann
Warum Bayerns Frauen starke Frauen sind
Warum die Landesmutter beim Oktoberfest ein Dirndl tragen muss
Warum man in Bayern nicht mehr auf die Preußen schießen darf
Warum der Fortschritt bayerisch spricht
Warum Bayern ein orientalisches Land ist
Warum Papst Benedikt XVI. kein Bayer sein kann


Textbeispiel

Eigentlich wären die Grafen von Bogen keiner Erwähnung wert. Denn sie führen sich auf einen Ahnherrn zurück, der als Adalbert der Charakterlose in die Geschichte eingegangen ist, galten als ziemliche Rabauken und sind zur allgemeinen Erleichterung schon im Jahr 1242 ausgestorben. Trotz ihres zweifelhaften Rufes werden sie allerdings nie dem Vergessen anheimfallen. Sie hinterließen nämlich ein ebenso markantes wie einprägsames Wappen, das noch heute wie kein anderes Symbol für Bayern steht: die weiß-blauen Rauten, von eingefleischten Heraldikern "Wecken" genannt. Woher diese Wecken stammen, weiß kein Mensch. Gehen sie auf Eisengitter zurück, mit denen die Bogener ihre Kampfschilde verstärkten? Oder zeugen sie einfach nur davon, dass diese mittelalterlichen Haudegen aus dem Niederbayerischen eine ästhetische Schwäche für gleichseitige Parallelogramme hatten? Und warum, in Gottes Namen, sind die Rauten ausgerechnet weiß-blau, beziehungsweise silber-blau, wie es heraldisch richtig heißen müsste? Jedenfalls "vererbten" die Grafen von Bogen ihr Hoheitszeichen an die Wittelsbacher – und damit an eine Dynastie, die 738 Jahre lang über Bayern herrschte und den weiß-blauen Rauten zu internationaler Reputation verhalf. Die bayerischen Wecken sind nämlich keineswegs nur in Bayern zu finden. Der Landkreis Karlsruhe trägt sie im Wappen, die alte saarländische Steinkohlestadt St. Ingbert, das romantisch am Rhein gelegene Bacharach. Auch Weinheim an der Bergstraße, das für seine frühe Mandelblüte berühmt ist, schmückt sich mit ihnen – ganz zu schweigen von den alten Winzerdörfern entlang der Deutschen Weinstraße: Von Mölsheim im Norden bis Oberottenbach im Süden stößt man zwischen den Rebhängen alle paar Kilometer auf Ortswappen mit den weiß-blauen Rauten. Außerdem zieren sie die große Glocke des Bonner Münsters, den Westgiebel von Schloss Mainau im Bodensee und den Marstall von Schloss Neuhaus bei Paderborn. Sie prangen auf alten Münzen belgischer Provenienz, gaben im fünfzehnten Jahrhundert dem Siegel der vereinigten Königreiche von Dänemark, Schweden und Norwegen und von 1833 bis 1862 auch dem Wappen der griechischen Monarchie eine exotische Note. Angesichts dieser fast schon weltumspannenden Verbreitung der weiß-blauen Rauten stellt sich zwangsläufig die Frage: Ist Bayern eigentlich überall?

 

 

Isabel Kuhl, Klaus Reichold

50 Skulpturen, die man kennen sollte

160 Seiten, 200 farbige Abbildungen,
Prestel, München/Berlin/London/New York 2009

Auch in englischer Sprache erschienen.

“Skulpturen und Plastiken sind ein Spiegel ihrer Zeit. Von antiken Idealen und mittelalterlicher Schnitzkunst über barocken Prunk und klassizistische Strenge hin zu modernem Purismus - die vorgestellten Werke sind nicht nur Meilensteine der Kunstgeschichte, sondern erzählen auch von der Epoche, in der sie entstanden.” (Pressetext)


Textbeiträge von Klaus Reichold

Im Angesicht des Todes: Das Kölner Gerokreuz
Gottesmutter im Goldmantel: Die Essener Goldmadonna
Triumph der Gotik: Das Nordportal der Kathedrale von Chartre
Raumfüllende Monstranz: Riemenschneiders Heilig-Blut-Altar in Rothenburg
Der Altar als Theaterbühne: Egid Quirin Asam und die Klosterkirche in Rohr
Komet am Nachthimmel: Bustellis Figuren der Commedia dell’Arte
Romeo und Julia der Antike: Canovas „Amor und Psyche“
Mir fatal: Schadows Prinzessinnengruppe
Symbol des „American Dream“: Die Freiheitsstatue in New York
Denkmal der Lebensfreude: Der Tarotgarten von Niki de Saint Phalle
Inspiration Wüste: Die „speccific objects“ von Donald Judd
Exorzismus ist gesund: Louise Bourgeois’ Maman


Textbeispiel

Man könnte meinen, er sei ein Hallodri gewesen: Mit seinen vier Frauen hatte er mindestens fünf eigene Kinder, dazu drei angeheiratete. Außerdem galt er als Freund der Bauern und damit als Revoluzzer. Zwei Monate saß er in den feuchten Verliesen der Würzburger Festung Marienberg und wurde gefoltert. Angeblich brach man ihm beide Hände, so daß er nie mehr arbeiten konnte. Wer meint, er sei dadurch vom Filou zum armen Teufel geworden, liegt falsch: Die Grabplatte des 1531 Verblichenen zeigt einen hochgewachsenen, vornehmen Mann, der in eine knöchellange, mantelartige Schaube gehüllt ist, ein schickes Barett auf dem Kopf trägt und wie ein Gelehrter aussieht. Tilman Riemenschneider, Zeitgenosse von Machiavelli, Luther und Vasco da Gama, war Ratsherr und Bürgermeister der fränkischen Bischofsstadt Würzburg. Er galt als einflußreich und wohlhabend, besaß Häuser, Grundstücke, Weinberge. Seine öffentlichen Ämter, sein Geschäftssinn und sein Talent brachten ihm hohes Ansehen und lukrative Aufträge, letztere in seinem eigentlichen Brotberuf. Bis nach Böhmen lieferte der „deutscheste der mittelalterlichen Bildhauer“ seine Werke ...

 

 

Klaus Reichold


Die Goldgrübler und die Unlust -
Im Mittelalter stank es allerorten zum Himmel

Parfüm oder Wurzelbürste -
Das Badewesen war ein schlüpfriges Terrain

Springwasser zur fürstlichen Plaisier -
Bayerns Herrscher und ihr Faible für Wasserspiele

in: Wasser - Bayerns kostbares Nass
herausgegeben  von Karin Dütsch

168 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen von Rosemarie Zacher,
Erich Weiß Verlag, Bamberg 2008


Wasser begleitet Bayern seit seiner geologischen Geburtsstunde. Es gehört zu dem Bild, das man sich gemeinhin von Bayerns Landschaft macht: ein tiefblauer See, von saftiggrünen Wiesen umrandet, dahinter eine steile Bergkulisse, im Wasserspiegel der weißblaue Himmel. Doch Schatten legen sich über diese Idylle: Trübe Wassermassen wälzen Oberbayern “Land unter” - derweil dürstet Franken Regentropfen entgegen. Der Klimawandel wird ein neues Wassermanagement abfordern. Namhafte Autoren - darunter Werner Ackermann, Alexander Altmann, Susanna Partsch, Petra Raschke, Alexander Schelnin, Friederike Schmöe, Egbert Tholl und Klaus Reichold - schreiben über das kostbare Naß, wie es Bayern prägt. Das Thema birgt so viele Facetten - wie bei einem Eisberg versteht sich die Auswahl der Beiträge nur als dessen Spitze.


Aus dem Inhalt

Werner Ackermann und Petra Raschke: Renaissance der Wildheit - Hochwasserschutz und Renaturierung
Alexander Altmann, Alexander Schelnin und  Egbert Tholl : Maßkrugsuche in den Isarfluten – Fragmente einer bislang unbekannten München-Oper
Susanna Partsch: Spiegelnde Landschaften – Die Malerei und das Wasser
Klaus Reichold: Springwasser zur fürstlichen Plaisier – Bayerns Herrscher und ihr Faible für Wasserspiele
Friedrike Schmöe: An fremden Quellen – Ein Umweltkrimi

 

 

Klaus Reichold

Alles Theater!  Schloß Ludwigsburg als Bühne fürstlicher Selbstinszenierung

in: Auftritt - 75 Jahre Ludwigsburger Schloßfestspiele
herausgegeben von den Ludwigsburger Schloßfestspielen

167 Seiten, zahlreiche meist farbige Abbildungen,
Verlag Ungeheuer und Ulmer, Ludwigsburg 2007

Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler
Glückwunschadressen von Cecilia Bartoli,
Ian Bostridge, Sabine Meyer, Anne-Sophie Mutter
und Heinrich Schiff


Seit einem Dreivierteljahrhundert verwandelt sich das „deutsche Versailles“, die größte barocke Schloßanlage Deutschlands, alljährlich in den Schauplatz der Ludwigsburger Schloßfestspiele. Vor 75 Jahren gegründet, gehört das Festival heute zu einem der ältesten und traditionsreichsten auf deutschem Boden. Um diesen Anlaß gebührend zu feiern, hat die Festspielleitung einen Prachtband zusammengestellt: „Auftritt: 75 Jahre Ludwigsburger Schloßfestspiele“ ist nicht nur eine reich bebilderte Chronik, sondern auch ein buntes, abwechslungsreiches Kaleidoskop, das die bekannten und weniger bekannten Facetten eines der ältesten und renommiertesten Festivals im deutschsprachigen Raum wirkungsvoll in Szene setzt. Anstelle herkömmlicher Kapitel nimmt das Buch in fünf „Auftritten“ Festspiele, Spielorte, Spielarten und Spieler unter die Lupe. 16 Autoren aus Politik und Kultur – darunter Ulrike Albrecht, Ernst Elitz, Bernd Feuchtner,  Stephan Hoffmann, Wulf Konold, Uwe Schweikert, Cornelia Weidner und Klaus Reichold – stellen die verschiedenen Aspekte des Festivals vor. Abgerundet wird der Festspieleindruck durch einen Blick hinter die Kulissen und ein literarisches Festspieltagebuch der deutschen Jungautorin Jagoda Marinic.


Aus dem Inhalt

Ernst Elitz: Barocker Glanz und internationales Flair
Bernd Feuchtner: Michael Hofstetter – Musiker und Macher
Stephan Hoffmann: Künstler von Rang und Namen
Wulf Konold: Festspiele im Aufbruch
Klaus Reichold: Alles Theater! – Schloß Ludwigsburg als Bühne fürstlicher Selbstinszenierung
Uwe Schweikert: “Ein ganz besonderer Ort” – Oper im Schloßtheater
Cornelia Weidner & Ulrike Albrecht: Gesamtkunstwerk auf grüner Wiese - Das Klassik Open Air am Seeschloß Monrepos


Textbeispiel von Klaus Reichold

Genaugenommen ist die häßliche Herzogin an allem schuld. Sie hatte herbe Gesichtszüge und einen mürrischen Mund, war fromm bis zur Bigotterie, spröde, langweilig und ohne jeden Charme. Man kann drei Kreuze schlagen, daß es einen solchen Typ Frau heute gar nicht mehr gibt. Herzog Ludwig Eberhard von Württemberg (1676-1733) konnte das nicht: Er war mit besagter Dame, die sich Johanna Elisabeth nannte, dem Geschlecht der Markgrafen von Baden-Durlach entstammte und unbeirrbar an den pietistischen Moralvorstellungen ihres Elternhauses festhielt, verheiratet. Daß das nicht lange gut gehen würde, lag auf der Hand: Hier die verhärmte Humorlosigkeit mit dem stets erhobenen Zeigefinger, dort der barocke Lebemann, der sich bedenkenlos seinen Leidenschaften hingab. Tatsächlich zog Ludwig Eberhard schon bald die Notbremse und tat das einzig Richtige: Nachdem ihm die ungeliebte Gattin 1698 den aus dynastischen Gründen unverzichtbaren Thronfolger geboren hatte, erklärte er seine ehelichen Verpflichtungen für erledigt und ergriff die Flucht. Erst machte er eine „Kavalierstour“ nach Holland, England und Frankreich, wo er einige Zeit inkognito am Hof von Versailles zugebracht haben soll. Anschließend zog er an der Seite des Kaisers von Schlachtfeld zu Schlachtfeld, zeigte ein enormes taktisches Talent und legte eine steile Militärkarriere hin: Als 31-Jähriger erhielt er den klangvollen Titel des „Reichs-General-Feldmarschalls“. Die schmallippige Johanna Elisabeth saß derweil schmollend und immer noch „aller fesselnder Reize bar“ im Alten Schloß zu Stuttgart und verfaßte, von kolossaler Langeweile übermannt, rumpelnde Aphorismen über die Reinheit der deutschen Sprache …

 

 

Klaus Reichold & Thomas Endl

Krakau mit kleinem Licht, und den Henker mach’ ich selber - Zur Praxis historischer Fernsehdokumentationen


in: Drehbuch Geschichte - Die antike Welt im Film
herausgegeben von Martin Lindner

176 Seiten, 8 S/W-Abbildungen,
Lit Verlag, Münster 2005


Alexander der Große, Ben Hur oder Cleopatra - der Historienfilm ist für viele der erste und oft einzig dauerhafte Zugang zur antiken Welt. Jenseits der Grenzen einzelner Disziplinen betrachten im vorliegenden Band Filmschaffende und Fachwissenschaftler zentrale Aspekte des ›Drehbuchs Geschichte‹ . Acht Originalbeiträge behandeln theoretische und praktische Grundlagen, Wisssensrezeption und -vermittlung, Erzählstrategien und Motivkomplexe. Aus dem Inhalt

Margot Berghaus: Geschichtsbilder – Der ›iconic turn‹  als ›return‹  zu archaischen visuellen Erlebniswelten
Regina Heilmann: Zur postmodernen Rezeption einer antiken Kunstgattung am Beispiel von James Camerons True Lies
Ulrich Kittstein: Heidnisches Rom und christlicher Glaube in Quo vadis?
Martin Lindner: Zwischen Anspruch und Wahrscheinlichkeit – Legitimationsstrategien des Antikfilms
Ruth Lindner: Mythos Alexander
Klaus Reichold und Thomas Endl: Krakau mit kleinem Licht, und den Henker mach’ ich selber –   Zur Praxis historischer Fernsehdokumentationen
Diana Wenzel: Von kindlichen und komischen Kleopatras
Anja Wieber: Vor Troja nichts Neues? – Moderne Kinogeschichten zu Homers Ilias

 

Klaus Reichold

Ein König muß nicht müssen

Wie die bayerischen Monarchen ihre

Schrulligkeiten zelebrierten

in: Eine Krone für Bayern - 200 Jahre Königreich
herausgegeben von Karin Dütsch und Achim Sing

112 Seiten, durchgehend bebildert,
mit zahlreichen Illustrationen von Rosemarie Zacher,
SüdOst Verlag, Waldkirchen 2005


Um 1800: Das Alte Reich zerfällt. In Europa werden die Machtverhältnisse neu ausgehandelt. Mittendrin Bayern. Viel fehlt nicht, es von der Landkarte zu fegen. Doch es kommt anders:  Am 1. Januar 1806 wird das Land erhoben - zum Königreich.  Bis zum Untergang der Monarchie im Jahr 1918 müssen über Brüche manche Brücken geschlagen werden. Franken, Schwaben, Oberpfälzer und Pfälzer haben sich in den neuen Staat zu fügen. Die Könige erfüllen eine wichtige Integrationsfunktion. 19 namhafte Autoren und Autorinnen schreiben über das königliche Bayern.

Aus dem Inhalt

Alexander Altmann: Alberich beim Goaßlschnalzn – Der Ring als Nationaloper
Dirk Götschmann: Ein Königreich von Napoleons Gnaden?
Stefanie Harrecker: Das Oktoberfest als Bühne zur Selbstdarstellung der Monarchie
Gerd Holzheimer: Eigentlich ist das Schwein der König – Das Wappentier
Hans-Michael Körner: Der Gesamtstaat – auch eine Leistung der Könige
Sylvia Krauss-Meyl: Die Heiratspolitik der Wittelsbacher
Odilo Lechner: Königlich-bayerisch und katholisch?
Klaus Reichold: Heut’ geht’s auf’d Alm – Die bayerischen Könige im Gebirge
Bernhard Setzwein: Literaturfehden im Königreich
Marcus Spangenberg: Die bayerischen Könige zwischen Verehrung und Vermarktung
Egbert Tholl: Das Tagebuch der königlichen Wäschebeschließerin Pfanni Kreittmeyer

 

 

 

Klaus Reichold

unter Mitarbeit von Petra Raschke und Markus Nadler

Der Himmelsstürmer
Ottheinrich von Pfalz-Neuburg (1502-1559)

242 Seiten, 30 S/W-Abbildungen,
Verlag Friedrich Pustet,
Regensburg 2004

»Die Höhen und Tiefen in der Karriere Ottheinrichs lesen sich als kurzweilig aufbereitete Erzählung.«
(Mannheimer Morgen)


Er liebte die Frauen und den Wein, ging auf Kavalierstour nach Spanien und auf Pilgerfahrt ins Heilige Land. Der Wittelsbachersproß, ein Enkel des Landshuter Hochzeitspaares, schwelgte im Luxus des Lebens: Als Fürst der ›Jungen Pfalz‹, einem abenteuerlichen territorialen Durcheinander im mittleren und nördlichen Bayern, verwandelte Ottheinrich (1502-1559) seine Hauptstadt Neuburg an der Donau in eine prunkvolle Renaissanceresidenz. Heute erinnert das Neuburger Schloßfest an den Glanz jener Tage. Doch nicht immer stand Frau Fortuna an Ottheinrichs Seite. Er ging bankrott, verlor seine Gemahlin und – evangelisch geworden – auch sein Fürstentum.  In der Abgeschiedenheit des Exils stürzte er sich auf Astrologie und Alchemie, bis sich sein Schicksal noch einmal wendete: 1556 wurde Ottheinrich als Nachfolger seines Onkels Kurfürst von der Pfalz. Inzwischen fast vier Zentner schwer, aber noch immer voller Elan, machte er Heidelberg zur Metropole des deutschen Humanismus und legte den Grundstock für die legendäre Bibliotheca Palatina, »die reichste Schatzkammer des gelehrten Deutschland«. Gleichermaßen leichtsinnig wie schwerfällig, unbedacht wie bedachtsam, weltfroh wie gottfromm war er nicht nur ein Kind seiner Zeit – er hat sie auch verkörpert.

Aus dem Inhalt

Das Venuskind: Die ersten Lebensjahre
Von der rechten Zeit des Aufstehens und Zubettgehens: Kinder- und Jugendjahre
Hinaus in die Welt: Wanderjahre
Und hatten wieder eine Mummerei: Der junge Fürst
Die Lust, den Rössern die Schwänz´ zu färben: Prachtentfaltung in Neuburg
Ich meid und haß jed´s leere Faß: Die Liebe und die Leidenschaften
Weltuntergang: Bankrott und weiteres Ungemach
Mit der Zeit: Im Exil
Herkules auf dem Schloßberg: Triumph und Tod in Heidelberg

 

 

Klaus Reichold

Die ›Schöne Leich‹ als Krönung des Lebenslaufs

in: Krachert - global. Über Bayern
herausgegeben von Karin Dütsch und Achim Sing

92 Seiten, durchgehend bebildert,
mit zahlreichen Illustrationen von Rosemarie Zacher, SüdOst Verlag, Waldkirchen 2004

Gottesfürchtig, biertrunken, starrsinnig, lederhosengewappnet und dirndldesignt ... An Schablonen mangelt es nicht, die Bayern verpaßt werden. Der Freistaat leidet aber nicht unter diesen Etiketten, sondern kokettiert: »Mia san mia«. Peter Gauweiler, Hans-Jochen Vogel,  Odilo Lechner, Roland Berger,  Alfred Biolek, Veronika Fitz, Gerhard Polt, prominente Autoren der Bayerischen Staatszeitung und Rosemarie Zacher mit ihren Illustrationen sezieren die Klischees vom weißblauen Himmel, der sich über kühne Berge, grüne Wiesen, geranienbewehrte Bauernhöfe und ein gemütliches Völkchen wölbt. Sei es in der Literatur, im Film, auf der Bühne, in der Architektur, in den Gasthäusern, bei Prozessionen oder in der Politik: Der Spagat zwischen krachert und global prägt das Bild des modernen Bayern. Aus dem Inhalt

Peter Gauweiler: Die ewige Eifersucht auf die glücklichen Großen
Gerd Holzheimer: Scharf weht der Wind um die Kreissparkasse
Odilo Lechner: Von barocker Lust und ehrfürchtiger Scheu
Klaus Reichold: Die ›Schöne Leich‹ als Krönung des Lebenslaufs
Bernhard Setzwein: Bayerische Autoren und das Bild vom Kraftlackl
Egbert Tholl: Warum Carl Orff der bayerischste Komponist ist
Elisabeth Tworek: Bayerns ›böse Madln‹ – eigensinnig und bedrohlich gescheit



Klaus Reichold

Schlösser und ihre Geschichten

128 Seiten,  310 meist farbige Abbildungen,
Prestel, München/Berlin/London/New York
2003

Auch in englischer und koreanischer Sprache erschienen.

»Poetische, atmosphärisch dichte Texte. Ein schönes Buch
ohne kunsthistorisches Chinesisch oder gar touristisches Blabla.«
(Süddeutsche Zeitung)

»Schloßführer der besonderen Art.« (Wohnen)

»Schauplätze der Weltgeschichte kompetent und seriös kommentiert.«
(Schweizer Illustrierte)

»Das Buch ist auf seine Weise grundlegend. Da werden sinnliche Erlebnisse wach, die nichts mit wissenschaftlicher Raison, wohl aber mit dem eigentlichen und ursprünglichen Ziel der Schlösser zu tun haben, nämlich zu beeindrucken und zu betören. So gesehen erzählt der vorliegende Band mehr als nur über Schlösser und ihre Geschichten, er erzählt ein Stück Weltgeschichte.« (KulturLand)


Paläste, Schlösser und Residenzen waren schon immer Zentren der Macht, Mittelpunkte höfischen Lebens, Schauplätze gesellschaftlicher Ereignisse und Meilensteine der  Architekturgeschichte. Ihre repräsentative Pracht verdanken sie nicht selten Künstlern von Weltrang. Sie beherbergten berühmte Regenten und grausame Despoten, dienten als Kulisse glanzvoller Feste und finsterer Machenschaften, sahen Geistesgrößen und Scharlatane als Gäste. Der Band versammelt die bedeutendsten Paläste, Schlösser und Residenzen der Welt und erzählt in kurzweiligen, anekdotenreichen Texten aus der Geschichte dieser Bauwerke – von heiteren Begebenheiten und menschlichen Tragödien, die sich in ihren Mauern zugetragen haben, von Auftraggebern und Künstlern, denen es in oft kongenialem Zusammenspiel gelungen ist, wahre Architekturjuwele zu schaffen. Bestechende Photos und historische Bilddokumente ermöglichen den Blick in die Vergangenheit der insgesamt 54 ausgewählten Paläste, Schlösser und Residenzen.

Aus dem Inhalt

Fata Morgana an der Loire: Schloß Chambord
Die Wunderkammer: Schloß Hellbrunn, Salzburg
Perle des Südens: Bahia-Palast, Marrakesch
Am Hof des Gottkönigs: Potala-Palast, Lhasa
Der Gourmet-Tempel: Königlicher Pavillon, Brighton
Krieg den Palästen!: Präsidentenpalast, Havanna
Des Königs Zauberbühne: Schloß Drottningholm, bei Stockholm
Steinerne Festkulisse: Zwinger, Dresden
Die Trutzburg: Palazzo Pitti, Florenz
Schatztruhe am Bosporus: Topkapi-Palast, Instanbul
Den Sümpfen abgerungen: Winterpalast, St. Petersburg

 

 

Klaus Reichold

Ludwig und Lohengrin

in: Vorerst für immer. Lesbisch-schwule Paargeschichten
herausgegeben von Thomas Endl und Bettina Hasselbring

252 Seiten
Querverlag, Berlin 2003

Hochzeitsreisen und Doppelgräber, Leuchtvitrinen und Trockenkränze, sprechende Sofas und schweigende Männer, Liebeslügen und eine Russin, die verschwinden muß. Ob mit oder ohne ›Trauschein‹ – schwule und lesbische Beziehungen sind eine Herausforderung. Leidenschaftlich diskutiert die Republik über die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare mit Eheleuten. Denn konservative Kreise werden nicht müde, die  ›Eingetragene Lebenspartnerschaft‹ als Anfang vom Ende abendländischer Kultur zu begreifen. Schließlich bedrohe das im Jahr 2001 durch einen Beschluß des Bundestages eingeführte Rechtsinstitut die traditionelle Familie. Doch wer weiß schon, welche Formen des Miteinanders Schwule und Lesben tatsächlich suchen und finden, wie sie sich – jenseits des heterosexuellen Musters – ihr Leben einrichten? In den Medien tauchen schwule und lesbische Partnerschaften, die oft länger halten als die deutsche Durchschnitts-Ehe, kaum auf. Denn sie passen nicht ins auflagen- und quotenfördernde Klischee der angeblich so schrillen Homosexuellen. Wer wissen will, wie schwule und lesbische Beziehungen tatsächlich aussehen, wie romantisch oder skurril, dramatisch oder lebensgefährlich sie bisweilen sein können, kann es jetzt erfahren – in dieser Anthologie lesbisch-schwuler Paargeschichten mit Beiträgen von Karen-Susan Fessel, Mirjam Müntefering, Stephan Niederwieser, Baby Neumann, Thomas Plaichinger, Klaus Reichold, Karin Rick, Ariane Rüdiger, Antje Wagner, Mario Wirz und anderen. Das Nachwort stammt aus der Feder von Hans Stempel und Martin Ripkens, deren ›Vorerst für immer‹ schon mehr als 45 Jahre währt. 


 

Klaus Reichold

Keinen Kuß mehr! Reinheit! Königtum
Ludwig II. von Bayern (1845 - 1886) und die Homosexualität

Band 9 der Reihe Splitter = Schriftenreihe des Forums Homosexualität und Geschichte München

80 Seiten,  23  S/W-Abbildungen, Forum Homosexualität und Geschichte, München 2003

»Das gut lesbare, fesselnde Buch ist jedem Ludwig-Interessierten zu empfehlen. Die vielen Quellenangaben machen es zu einem wertvollen wissenschaftlichen Dokument.«
(www.koenig-ludwig.org)

Buch bestellen unter info@forummuenchen.org


1864, bei seiner Thronbesteigung, galt Ludwig II. nach den Worten eines Zeitgenossen als »Idealgestalt des jungen königlichen Adonis, dessen berückende Schönheit Tausende von Frauenherzen innerhalb und außerhalb Bayerns mit magischer Kraft erglühen ließ«. Wo sich der jugendliche König zeigte, fielen die Damen gleich reihenweise in Ohnmacht. Doch schon Anfang Dezember 1865 gab der königliche Oberstallmeister Lerchenfeld vor der Münchner Staatsanwaltschaft zu Protokoll, im Marstall gehe das Gerücht um, »Seine Majestät sei ein Spinatstecher [...] und stehe in unerlaubtem Umgang mit Männern«. Tatsächlich war die Homosexualität Ludwigs II. schon zu dessen Lebzeiten kein Geheimnis. Deshalb sind die jüngst aufgetauchten Briefe Ludwigs an den Marstallfourier Karl Hesselschwerdt auch nicht »die ersten konkreten Hinweise« auf die gleichgeschlechtliche Veranlagung des Königs, wie da und dort behauptet wird. Sehr wohl aber reihen sie sich ein in die verblüffende Fülle historischer Zeugnisse zur Homosexualität Ludwigs, die für diese Studie erstmals zusammengetragen wurden und im Zusammenhang mit der Absetzung und Entmündigung des Königs zu überraschenden Erkenntnissen führen.

Aus dem Inhalt

Götterdämmerung: Ludwig II. wird verhaftet
Umgang mit Frauen suchte er nicht: Die homosexuelle Veranlagung Ludwigs II. war nie ein Geheimnis
Ein Jüngling, so überirdisch schön: Ludwig II. betört Richard Wagner
Teuerster Engel!: Weitere Freundschaften Ludwigs II.
Mit vollen Segeln auf den Liebeswogen: Ludwig II. und seine Beziehungen zur Dienerschaft
Kuß, von Königs-Lippen, letzter: Zu den Tagebuchnotizen Ludwigs II.
Durch die Chevaulegers kommt alles auf: Welche Rolle spielte die Homosexualität bei der Absetzung Ludwigs II.?
Ludwig, lieber Ludwig: Ein Trauergesang auf Ludwig II.


Klaus Reichold &  Xenia Sircar

Prophezeiungen vom Ende der Welt
Eine Kulturgeschichte des bayerischen Weltuntergangs

274 Seiten, Rosenheimer Verlagshaus,
Rosenheim 2001

»Spannende Untergangsstory.«
(Süddeutsche Zeitung)

»Unterhaltsame Belehrung über das Ende der Welt, wie man sich selbiges in den vergangenen tausend Jahren in Bayern ausgemalt hat.« (Bayerischer Rundfunk)


Im Abendland regierte die Angst: Anno 786 war »das Zeichen des Kreuzes in den Kleidern der Menschen erschienen, und Blut strömte aus Himmel und Erde, so daß große Furcht und heilloser Schrecken das Volk ergriff«, wie eine alte Quelle berichtet. Man rechnete mit dem Schlimmsten: mit dem baldigen Ende aller Tage. Kein Wunder, daß sich auch die Schriftsteller dem drohenden Weltuntergang widmeten – wie jener unbekannte Verfasser, der mit dem sogenannten Muspilli, einer endzeitlichen Dichtung von 103 Versen, nicht nur das verzweifeltste, sondern auch eines der frühesten Werke althochdeutscher Literatur geschaffen hat. Aufgeschrieben wurden die unheilschwangeren Zeilen wahrscheinlich in Regensburg, in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Doch was verbirgt sich hinter dem geheimnisvollen Rätselbegriff ›Muspilli‹? Eine übermächtige dämonische Gestalt? Ein Feuerriese? Oder das apokalyptische Tier, das in der Offenbarung des Johannes die Zahl 666 trägt? Immer wieder gab es Berechnungen und Prophezeiungen, wann das Ende der Zeiten kommen werde. Doch schon im Matthäus-Evangelium heißt es: »Von dem Tage aber / und der Stund weiß niemand / auch die Engel nicht im Himmel«. Das ›Wann‹ bleibt also ungeklärt, nicht aber das ›Wie‹: Von den Schrecken der Apokalypse handeln zahlreiche alte Schriften, darunter das Lied vom End’ der Welt des Landsberger Jesuiten Sigismund Bachhammer, die Chronik Bischof Ottos von Freising und das Tegernseer Antichristspiel. Auch in zahlreichen bayerischen Sagen und Legenden ist der Untergang der Welt seit Jahrhunderten aktuell.


Aus dem Inhalt


Die Welt hat ihre Jugend verloren: Die Wieskirche und die Offenbarung des Johannes
Da entbrennen die Berge: Regensburg – Die Karolinger und die Muspilli-Handschrift
Vom Himmel floß das Blut in Strömen: Bamberg – Die Ängste des Jahres 1000
Am Rande des Abgrunds: Freising – Bischof Otto sinniert über das Jüngste Gericht
Die Stunde Satans ist gekommen: Tegernsee – Der Antichrist auf der Klosterbühne
Ein Berg so düstergrau: In den Tiefen des Untersbergs – Barbarossa und sein Totenheer
Zäubrisches Spiel und Wahrsagerei: Der Endzeit-Prediger Berthold von Regensburg
Ich fürcht’, der Endchrist sei nicht weit: Der Pfeifer von Niklashausen
Es kracht und knallt die Welt mit G’walt: Der Dreißigjährige Krieg in Bayern
Wenn der Leberkäs’ platzt: Bayerische Sagen und Alpträume vom Weltuntergang
Die Welt wird tausend und nimmer tausend: München – Die Sonnenfinsternisse von 1851 und 1899, Nostradamus und ein Hörfehler
Das Ende aller Dinge: Andechs, Carl Orff und das Paradies

 



Klaus Reichold & Bernhard Graf

Bauwerke, die die Welt bewegten

192 Seiten,  350 meist farbige Abbildungen,
Prestel, München/Berlin/London/New York 1999, (Neuauflage 2004)

Auch in englischer und koreanischer Sprache erschienen.

»Klaus Reichold und Bernhard Graf beherrschen vollendet die Kunst des Geschichtenerzählens. Wer heuer nicht in Urlaub fahren kann, sollte mit diesem reich bebilderten Buch auf Weltreise gehen«. (Süddeutsche Zeitung)

»Ein aufschlußreicher und unterhaltsamer Gang durch die Weltgeschichte der Baudenkmäler« (Architektur- und Bauforum)

»Ein Bilderbuch für Erwachsene, eine abenteuerliche Bildungsreise für Lesevergnügte, ein unorthodoxes Nachschlagewerk in Sachen Architektur.« (Norddeutscher Rundfunk)


Vom archaisch-mythischen Stonehenge in Südengland bis zu den hochfliegenden Plänen für den Millenium-Tower in Tokio – dieser Band versammelt die aufregendsten Bauwerke der Welt, besticht mit faszinierenden Photographien und erzählt erstaunliche Geschichten: Wie kam die Freiheitsstatue in den Hafen von New York? Warum wurde der Eiffelturm als »tragische Stehlampe« beschimpft? Weshalb galt die mexikanische Ruinenstadt Teotihuacán als Sitz der Götter? Warum verläuft auf der Chinesischen Mauer eine Straße? Wie rächten sich die Gärten des Brüsseler Königsschlosses an ihren Besitzern? Bauwerke, die die Welt bewegten – eine ebenso ungewöhnliche wie unterhaltsame Reise durch fünftausend Jahre Architektur- und Kulturgeschichte. Aus dem Inhalt

Die versteinerten Tänzer: Stonehenge und seine Rätsel
Hau ihn, schlag ihn, brenn ihn: Bei den Gladiatoren im Kolosseum
Nächtlicher Ritt in den Himmel: Der Felsendom in Jerusalem
Auf dem Feld der Wunder: Der Schiefe Turm in Pisa
Zuflucht der Träume: Die Alhambra und der arme Boabdil
Auf dem Dach der Welt: Der Winterpalast des Dalai Lama
Dornröschen im Tann: Dominikus Zimmermann und die Wies
Schäfer der Wolken: Der Eiffelturm in Paris
Die vertikale Stadt: Der Millennium-Tower von Tokio

 

 

Klaus Reichold

Lassie - Pansen oder Ölsardinen

in: Ein Herz und eine Serie. Fernseh-Geschichten
herausgegeben von Bettina Brömme und Thomas Endl

224 Seiten
Reclam Verlag Leipzig 1999


Die Autoren dieses Buches sind Serientäter, sie haben ihre Jugend vor dem Fernseher verbracht, Woche für Woche, Folge für Folge. Und sie bereuen nichts. In dieser Anthologie finden Sie beispiellose Bekenntnisse von Gleichgesinnten zu den wahren Folgen des Fernsehens: amüsant und analytisch, faktenreich und fiktiv, kunterbunt und kurios.  Wenn die Autoren tief in der Flimmerkiste ihrer Erinnerungen kramen, vermischen sich Fernsehgeschichten mit ganz persönlichen Erlebnissen, fließen Filmwelt und Alltagsleben ineinander.  Christoph Deumling, Elke Heidenreich, Oliver Kalkofe, Ralf König, Rainer Moritz, Baby Neumann, Hans Pleschinski, Klaus Reichold, Xenia Sircar, Johannes Streif, Keto von Waberer, Jan Weiler, Mario Wirz  und viele andere erinnern sich an  Bonanza, Raumschiff Enterprise, Golden Girls, Flipper, Lassie, Magnum, Die Simpsons und all die anderen wunderbaren Serien.


Textbeispiel Klaus Reichold: Pansen oder Ölsardinen?

Natürlich glaubte ich an die gute Fee. Ich sah sie ja jede Woche im Fernsehen. Sie thronte mit Vorliebe auf dem Beifahrersitz eines blauen Pick-ups, war ein Hund und hieß Lassie. Anfangs irritierte mich noch, daß die gute Fee bellt und Pansen frißt. Doch dieser Verunsicherung machte bald staunende Bewunderung Platz. Denn Lassie war nicht nur klug, sondern hatte auch das, was man Sozialkompetenz und Zivilcourage nennt. Aufopferungsbereit stürzte sie sich in immer neue, heldenmutige Abenteuer, half da einer Berglöwin, die zu Unrecht des Hühnerdiebstahls bezichtigt wurde, bewahrte dort eine Gans samt Küken vor dem Feuerschweif einer startenden Rakete, befreite hier ein verschüttetes Kätzchen aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses, lotste da einen verletzten Hund zur nächstliegenden Sanitätsstation. Robin Hood, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk in einem, machte sie mit ihrem unermüdlich guten Willen auch nicht vor Menschen Halt: Sie rettete kleine Ausreißer, behinderte Kinder, hysterische Frauen und leichtsinnige Rancher. Schließlich leistete sie an der Seite ihres neuen Herrchens, eines Soldatenpfarrers, auch noch Militärseelsorge. Ihre beispielhaften Taten füllen ganze Videotheken …

 

 

Klaus Reichold & Bernhard Graf

Bilder, die die Welt bewegten
Von Lascaux bis Picasso

192 Seiten, 200 meist farbige Abbildungen,
Prestel, München/Berlin/London/New York 1998 (Neuauflage 2005)

Auch in dänischer, englischer, koreanischer
und spanischer Sprache erschienen.

»Da fängt man an zu blättern, zu blicken. Und frißt sich fest.« (Rhein-Zeitung)

»Ein Buch, das die Lust am Sehen aber auch die Freude am Wissen befördert.« (Bayerischer Rundfunk)

»Die Texte sind so lesenswert wie die Bilder trotz ihres hohen Bekanntheitsgrads sehenswert sind. Spannende Geschichtslektion in Bildern.«
(Augsburger Allgemeine)

»Lehrreiche Unterhaltung auf hohem Niveau.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Das Buch selbst ist ein kleines Kunststück: ein Kompendium, das ohne Platitüden auskommt, ohne kunsthistorisches Gewäsch, ohne gespreizte Interpretation. Ein um Überblick bemühter Abriß mit journalistischem Ansatz, der den Spezialisten genauso befriedigen dürfte wie den Kunstinteressierten ohne große Vorkenntnisse.« (Süddeutsche Zeitung)


Warum bloß steht Botticellis Venus in einer Muschelschale? Weshalb trägt der junge Mann auf dem bekanntesten Gemälde Watteaus im Pariser Louvre ein Clownskostüm? Und was, bitteschön, hat Chagall mit dem Fiedler auf dem Dach zu tun? Wenn Sie sich solche Fragen stellen, ist es Zeit für ein Buch wie dieses. Denn der opulente Bildband, der 80 weltberühmte Werke der Malerei von der Steinzeit bis in die Gegenwart versammelt, erzählt nicht Kunst- sondern Kulturgeschichte. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Blick hinter die Kulissen – der Blick auf den Alltag zur Entstehungszeit des Bildes, auf die Lebensumstände des Malers, auf die historische Bedeutung des dargestellten Ereignisses oder Sujets. Die Zitate aus der zeitgenössischen Literatur, aus Briefen, Biographien und Berichten, die von Lust und Leid, Hoffnung und Glaube berichten,  verfolgen vor allem eines: die Historie in Geschichten und Anekdoten schlaglichtartig aufblitzen zu lassen.


Aus dem Inhalt

Louvre der Steinzeit: Die ersten Sternstunden der Malerei (Höhlenmalereien von Lascaux)
Und der Stier trug sie nach Kreta: Europa und Minotaurus (Stierspielfresko aus dem Palast von Knossos)
Vom Luxus des Lebens: Das Stundenbuch des Herzogs von Berry (Herman, Jean und Paul Limburg: Les Très Riches Heures)
Adam, wo bist Du?: Michelangelo erschafft den Menschen neu (Michelangelo Buonarotti: Die Erschaffung Adams)
Drei, drei, drei – bei Issos Keilerei: Alexander der Große und die Weltherrschaft  (Albrecht Altdorfer: Die Schlacht bei Issos)
Sturm und Wollust: Von der Wildheit des Malens (Peter Paul Rubens: Raub der Töchter des Leukippos)
Der Staat bin ich: Ludwig XIV. und sein dentales Desaster (Hyacinthe Rigaud: Ludwig IIV. von Frankreich im Krönungsornat)
Feuern Sie die Notraketen ab: Von der Vermessenheit des Menschen (Caspar David Friedrich: Das Eismeer)
Die letzten Blüten: Wien um 1900 (Gustav Klimt: Der Kuß)
Wie mit der Axt behauen: Die Lust am Häßlichen (Pablo Picasso: Les Demoiselles d’Avignon) 

 



Klaus Reichold

Zwischen Mythos und Wirklichkeit, Märchen und Alptraum - König Ludwig II. - Stationen  eines schlaflosen Lebens

72 Seiten,  24  S/W-Abbildungen, Süddeutscher Verlag, München  1996

»Es liest sich äußerst spannend, was Klaus Reichold hier alles zusammengetragen hat. Vor schwierigen Themen wie etwa der Frage nach der Vaterschaft oder Ludwigs Homosexualität schreckt der Autor nicht zurück. Dennoch kommt er niemals ins Fabulieren.«   (Ferien- und Freizeit-Journal
Fünf-Seen-Land)

Buch ist leider vergriffen


König Ludwig II. von Bayern – vor über hundert Jahren gestorben, als ›Märchenkönig‹ aber bis heute lebendig – gehört zu den umstrittensten und sagenumwobensten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Mit 18 Jahren bestieg er als blühender Jüngling den Königsthron, mit 41 kam er, inzwischen fast drei Zentner schwer und entmündigt, unter noch immer ungeklärten Umständen im Starnberger See ums Leben. Wer war dieser Ludwig, den der französische Dichterfürst Paul Verlaine als den »einzigen wirklichen König seines Saeculums« besungen hat? Auf der Grundlage zeitgenössischer Briefe, Memoiren und Zeitungsberichte versucht das Büchlein einzelne Facetten der vielseitig begabten, gleichzeitig aber tragisch veranlagten Herrschergestalt zu beleuchten. (Nachdruck einer Artikelserie, die im Sommer 1995 anläßlich des 150. Geburtstages von König Ludwig II. in den Regionalausgaben der Süddeutschen Zeitung erschien.)


Aus dem Inhalt

Getauft mit den Tränen der Freude: Kindheit und Jugend Ludwigs II.
Der Schwanenritter und sein idealer Gott : Ludwig II. und Richard Wagner
Der König aus dem Bilderbuch: Ludwig II. und die Damenwelt
Schwärmerische Freundschaft, nicht Liebe schenk’ ich Dir: Die unglückliche Verlobung Ludwigs II. mit Herzogin Sophie in Bayern
Möwe und Adler über den Wolken: Ludwig II. und Kaiserin Elisabeth von Österreich
Die letzte Leidenschaft des Marquis de Saverny: Ludwig II. und der Schauspieler Josef Kainz
Von Windmaschinen und Flugseilbahnen: Ludwig II. und die Technik
Irrungen und Wirrungen der Herren Psychiater: Die Entmündigung Ludwigs II.
Mystische Meerfahrt oder vereitelte Flucht: Der Tod Ludwigs II. im Starnberger See 

 

 

Klaus Reichold

Tod und Requiem
Anmerkungen zu Mozarts letztem Werk

46 Seiten, 12  S/W-Abbildungen,  Zeittafel,  Textteil
und deutsche Übersetzung,

Verlag der Heinrich-Bauer-Kulturstiftung,
Hamburg 1991

Buch bestellen unter klaus.reichold@histonauten.de


Sterbenskrank arbeitete Wolfgang Amadeus Mozart im Herbst 1791 an seinem letzten Werk: am Requiem in d-moll. Er sollte es nicht fertigstellen: Am  5. Dezember nahm ihm der Tod die Feder aus der Hand. Um das frühe Ende des begnadeten Komponisten rankt sich manches Unheimliche. Da ist die Rede von einem obskuren, schwarzgekleideten Boten, der das Requiem in Auftrag gab – und von düsteren Todesahnungen Mozarts, der im Fieberwahn geglaubt haben soll, vergiftet worden zu sein. Wer verbarg sich hinter dem anonymen Auftraggeber? Und woran starb Mozart tatsächlich? Neben diesen Fragen beschäftigt sich das Büchlein mit dem kulturhistorischen Ursprung, den liturgischen Texten und den musikalischen Gestaltungsformen des Mozart’schen Requiems, das im sogenannten ›Köchelverzeichnis‹ die Nummer 626 trägt. Aus dem Inhalt

Requiem aeternam: Die Rolle der Musik beim Leichenbegängnis
Dieser wahre, beste Freund des Menschen: Mozart denkt über den Tod nach
Mozart hatte ein fahles Pferd gesehen: Zur Geschichte des Requiems