Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

Reisen Sie mit!

München im Nationalsozialismus
Vorträge mit Führungen

Referent: Klaus Reichold



Die Judengeschäfte sind geschlossen
"Reichskristallnacht" in München
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Schon im Juni war die Hauptsynagoge als „Verkehrshindernis“ abgebrochen worden. Fünf Monate später, am Abend des 9. November 1938, gab „Reichspropagandaminister“ Joseph Goebbels bei einer Rede im Alten Rathaus den Startschuss zum Terror der „Reichskristallnacht“, der den Untergang des bisherigen jüdischen Lebens in München besiegelte. Jetzt ging auch die orthodoxe Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße in Flammen auf. Gleichzeitig wurde mit dem Kaufhaus Uhlfelder der wohl beliebteste Warentempel der Stadt zur Zielscheibe des braunen Mobs.

Vortrag
Mo, 01.07.2019, 19.30 Uhr
Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34
15 €
Anmeldung für den Vortrag am 01.07.2019 per Mail ...


Stadtrundgang
mit Klaus Reichold und der Historikerin und Bestsellerautorin Heidi Rehn (auf den Spuren ihres München-Romans „Das Haus der schönen Dinge“ über eine fiktive jüdische Warenhausdynastie)
Sa, 06.07.2019, 11.00 - 13.00 Uhr
Treffpunkt: Karstadt-Arkaden gegenüber dem Annahotel („Pini-Haus“), Schützenstraße 1, 80335 München
15 €
Anmeldung für den Stadtrundgang am 06.07.2019 per Mail ...

Wir lernen einen jüdischen Kaufmann namens Hermann Tietz kennen, der einem „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft“ seinen Namen gab und zum Paten eines legendären Familienunternehmens wurde, imaginieren uns die ersten (Holz-)Rolltreppen Münchens und erleben den Boykott des Herrenbekleidungshauses Bamberger & Hertz. Außerdem stimmen wir mit dem Oberkantor Emanuel Kirschner den 102. Psalm an: „Versengt wie Gras ist mein Herz!“

Voraussichtliche Stationen: Kaufhäuser Karstadt (Bahnhofsplatz), Oberpollinger (mit Gedenkstein zur Erinnerung an die Alte Hauptsynagoge), Hirmer und Konen, rückwärtiger Trakt des Stadtmuseums (Standort des historischen Kaufhauses Uhlfelder)

 


Untergangsstimmung!
Luftangriffe auf München
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Heulende Sirenen, dröhnende Flugzeugmotoren, gewaltige Detonationen – ab dem 5. Juni 1940, an dem fünf französische Piloten zwischen 1.29 und 2.30 Uhr nachts 13 Spreng- und 20 Brandbomben über München abwarfen, lebte die „Hauptstadt der Bewegung“ in ständiger Angst. Zu den furchtbarsten Heimsuchungen zählte der britische Großangriff in der Nacht vom 24./25. April 1944. Er löste mehr als 7.000 Brände aus, machte rund 70.000 Münchner obdachlos und legte – neben der Residenz – einen Großteil der historischen Altstadt in Schutt und Asche.

Vortrag
Mo, 22.07.2019, 19.30 Uhr
Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34
15 €
Anmeldung für den Vortrag am 22.07.2019 per Mail ...


Stadtrundgang
Sa, 27.07.2019, 11.00 - 13.00 Uhr
Treffpunkt: Haus der Kunst, Kasse, Prinzregentenstraße 1, 80538 München
15 €
Anmeldung für den Stadtrundgang am 27.07.2019 per Mail ...

Wir imaginieren uns einen nächtlichen Fliegerangriff der Royal Air Force auf die Maxvorstadt, suchen nach dem Einstieg in einen Luftschutzkeller und zählen 680 Bombentrichter. Außerdem lassen wir vor unserem geistigen Auge zwei mittelalterliche Stadtquartiere wiedererstehen, die einfach verschwunden sind. Nach einem Blick auf den Bunkerbau zu Füßen der Mariensäule sehen wir den Totenkranz des Alten Peter.

Voraussichtliche Stationen: Englischer Garten, Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Residenz, Marienhof, Marienplatz, St. Peter, Rindermarkt

 


Vorangegangene Veranstaltungen


Foto: Erzbischöfliches Archiv München

Festgeläut für den Führer
Kardinal Faulhaber und der Nationalsozialismus
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Er hielt Adolf Hitler für einen Mann, der „im Glauben an Gott“ lebe, schickte ihm nach dem missglückten Attentat von Georg Elser ein Glückwunschtelegramm und äußerte die Überzeugung, „daß die Juden sich selber helfen können“. Trotzdem war er den braunen Machthabern nicht grün. „Cardinal Faulhaber hat wieder mal eine freche Rede gegen uns gehalten“, notierte Goebbels. Seit 2013 nehmen Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojekts die Tagebücher des langjährigen Münchner Erzbischofs unter die Lupe, um seine widersprüchliche Haltung während der NS-Zeit zu ergründen.

 

Bearbeitetes Aquarell von Adolf Hitler (Alter Hof, 1914)

Die Stadt Hitlers
Vortrag: München - Wiege des Nationalsozialismus
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Anfang der 1920-er Jahre war München die viertgrößte Stadt im Deutschen Reich, eine lebendige Kunstmetropole – und voller Gegensätze: Frauenrechtlerinnen wie Ellen Ammann oder Anita Augspurg beantragten beim bayerischen Innenminister die Ausweisung eines Österreichers namens Adolf Hitler wegen Volksverhetzung. Das Verlegerehepaar Bruckmann dagegen empfing den verurteilten Putschisten in der Privatwohnung und führte ihn in einflussreiche Kreise ein. Die Isarmetropole wurde endgültig zur „Stadt des Hakenkreuzes“.

Führung: München - Wiege des Nationalsozialismus
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Wir suchen ein braunes und ein schwarzes Haus, sehen den Benimmkurs einer byzantinischen Prinzessin scheitern und wundern uns über einen „Beitrag zur Psychologie der Frau“ mit dem Titel „Das Weib und seine Bestimmung“. Außerdem beobachten wir, wie der spätere Reichsluftfahrtminister mit einem Steckschuss im Bein von der Familie eines jüdischen Möbelfabrikanten notversorgt wird. Das im Baedeker erwähnte Parteimuseum der NSDAP ist geschlossen. Dafür erfreut sich das Hotel, in dem Hitler mit seinen Berliner Gönnern dinierte, bis heute regen Zuspruchs.


Acropolis Germaniae
Vortrag: München - Hauptstadt der (Erd-)Bewegung
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Foto: Ralf Roletschek (talk) - Fahrradtechnik auf fahrradmonteur.de, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14502149

Ein Kuppelbau mit einer Höhe von 136 Metern als Ersatz für den alten Hauptbahnhof, eine Führer-Residenz in Steinhausen mit einer Grundfläche, die 18 Fußballfeldern entsprechen sollte, ein gigantisches „HJ-Forum“ zwischen Neubiberg und Fasangarten als „Eingangsportal“ einer neuen „Südstadt“ – Adolf Hitler wollte in München „fortsetzen“, was König Ludwig I. nur „angebahnt“ hatte. Schon die wenigen realisierten Projekte dienten den Nationalsozialisten als Kulisse für ihre ideologisch aufgeladenen Masseninszenierungen.

Führung: München - Hauptstadt der (Erd-)Bewegung
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Wir hören vom Sohn eines Eisenbahnunternehmers, der seine Münchner Villa verliert, wandeln über Böden aus Saalburger Marmor und fühlen uns unwillkürlich an Charlie Chaplin erinnert. Außerdem erfahren wir, wo das Archäologische Institut zuhause war und streicheln „Zwei Katzen in Blau und Gelb“. Nach einer kurzen Verschnaufpause mit Blick auf die Karibik rasselt der „Wagen der Meistersinger“ an uns vorbei. Wenige Meter weiter verschlägt es uns angesichts der geheimen Aktivitäten des Luftgaukommandos VII die Sprache.



Macht dem Schrecken ein Ende!
Vortrag: Widerstand in München
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Foto: Gryffindor - https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=355013

Das Attentat von Georg Elser, die todesmutigen Flugblattaktionen der Weißen Rose, die regimekritischen Predigten des Jesuiten Rupert Mayer – die Isarmetropole war vermutlich nicht die „Hauptstadt der Gegenbewegung“. Die „Unruhe des Gewissens“ machte sich aber auch in München bemerkbar: Alfred Delp, der Kirchenrektor von St. Georg in Bogenhausen, wurde wegen seiner Mitgliedschaft im Kreisauer Kreis hingerichtet. Und in den letzten Kriegstagen rief die „Freiheitsaktion Bayern“ dazu auf, die „Blutherrschaft“ der NS-Führung „auszurotten“.

Führung: Widerstand in München
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Wir suchen die Stelle, an der eine junge Studentin von einem pflichtversessenen Pedell aufgegriffen wurde, lauschen dem „Olympischen Reigen“ eines Kraftbayern, der sich unter großen Mühen durch die NS-Zeit mogelte, und gedenken im Schmuckhof einer früheren Regierungszentrale der Opfer eines Exekutionskommandos. In den Kellern einer verschwundenen Königsresidenz verhallen die Schreie von Gefolterten. Am Schluss fragen wir uns, wo die Asche eines gewissen „George Munger“ geblieben ist, der mit Sicherheit kein Angehöriger der US-Armee war.

Sonderführung JVA Stadelheim/Friedhof am Perlacher Forst: Widerstand in München
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m Abschluss unserer Reihe „München im Nationalsozialismus“ gibt es am Samstagnachmittag die exklusive Möglichkeit, den Gedenkraum für die im Gefängnis Stadelheim ermordeten Mitglieder der „Weißen Rose“ zu besichtigen und anschließend ihre Gräber auf dem Friedhof am Perlacher Forst zu besuchen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Wenn Sie mitgehen wollen, brauchen wir Ihre verbindliche Anmeldung bis spätestens Freitagmittag, 12 Uhr, da wir Ihre Namen aus Sicherheitsgründen bei der Pforte der JVA Stadelheim melden müssen. Außerdem bitten wir Sie, Ihren Personalausweis mitzunehmen, damit die Pforte einen Datenabgleich vornehmen kann.