Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

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Bayern 1918-1923
Vorträge, Führungen, Bus-Exkursion

Veranstaltungereihe mit Klaus Reichold


Dramatische Verluste an der Front, die sich mit dem Hunger zu Hause zu einer menschlichen Tragödie ungeahnten Ausmaßes addierten. Gewalttägige Streiks, Demonstrationen und Straßenschlachten, die das Ende einer jahrhundertealten Ordnung einläuteten. Ein König, der nur mit einer Zigarrenschachtel unter dem Arm eine Flucht voller Pannen antrat. Ein Attentat auf den ersten Ministerpräsidenten, dem eine Schießerei im Landtag folgte. Der jähe Umbruch, den Bayern 1918/1919 erlebte, brachte die Demokratie und rief Adolf Hitler auf den Plan.

Odeonsplatz am 09.11.1923: Bundesarchiv, Bild 119-1426 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5415948

Hitler ante portas
Der Putsch vom 9. November 1923 und seine Vorgeschichte
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Nach der Ermordung von Kurt Eisner eskalierte die Situation: Auf die Ausrufung der Räterepublik folgten blutige Straßenschlachten, die Flucht der alten Regierung nach Bamberg – und die Reaktion: Der Münchner Erzbischof verurteilte die Revolution als „Meineid und Hochverrat“. „Der Feind ist im Land“, verkündete die Bayerische Volkspartei. Die politische Rechte setzte sich durch: Beflügelt von der Inflation und der wirtschaftlichen Not schaffte es Adolf Hitler mit dem „Marsch auf die Feldherrnhalle“ erstmals auf die Titelseiten der Weltpresse.

Führung mit Klaus Reichold und der Historikerin und Autorin Heidi Rehn
Geplante Stationen: Historische Schauplätze der Jahre 1919 bis 1923 (darunter die Feldherrnhalle), begleitet von Ausschnitten aus dem Roman „Tanz des Vergessens“, der aus der Feder von Heidi Rehn stammt und von den Wirren der Räterepublik erzählt, vom Tod Ludwigs III. und vom beginnenden Nationalsozialismus
Wann: Sa., 15.12.2018, 11.00 - 13.30 Uhr
Treffpunkt: Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1, München
Preis: 15 €

Anmeldung für Samstagvormittag per Mail ...


Das kann eine gefährliche Fahrt werden!
König Ludwig III. flieht
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Wenige Wochen zuvor war die russische Zarenfamilie in Jekaterinenburg von radikalen Sozialisten ermordet worden. Jetzt polterte, johlte und lärmte der revolutionäre Mob unter den Fenstern der Münchner Residenz. In Todesangst suchte Ludwig III. mit Gattin, Töchtern und Bediensteten das Weite. Die filmreife Flucht war an Pannen kaum zu überbieten und führte
über Wildenwart und Hintersee nach Anif bei Salzburg. Dort entband Ludwig III. die Beamten, Offiziere und Soldaten in der Nacht zum 13. November 1918 von ihrem Eid.

Vortrag (voraussichtlich im Mai 2019, Montagabend, 19.30-21.00 Uhr, Zentrum St. Bonifaz)

und Bus-Exkursion
mit Vogels Reisen in Begleitung von Klaus Reichold und Thomas Endl  (Histonauten), Christiane Böhm (Herausgeberin des Buches „Eben noch unter Kronleuchtern …“) und VertreterInnen des Museums Starnberger See, des Museums der bayerischen Könige in Hohenschwangau und des Schlossmuseums Ismaning.

Wir beginnen um 8.00 Uhr am Max-Joseph-Platz vor der Münchner Residenz mit einer kurzen Orientierungsrunde zu Fuß, um uns ein Bild davon zu machen, wie die königlichen Familienmitglieder von ihren Appartements zu den Fluchtautos im einstigen Garagenhof des Marstalls kamen. Am Marstallplatz erwartet uns dann auch der Bus, mit dem wir der Fluchtroute weitgehend streckengenau folgen. Dabei begleiten uns größtenteils unveröffentlichte Photos und Augenzeugenberichte, die uns den Fortgang und Ablauf der Flucht vor 100 Jahren minutiös schildern. 

Auf der Fahrt passieren wir unter anderem die vermutliche Unfallstelle, an der der Wagen des Königspaares in einem Kartoffelacker landete. In Wildenwart (Mittagessen) und in Hintersee (Kaffee und Kuchen) sind wir in historischen Wirtshäusern zu Gast, die einen unmittelbaren Bezug zur Flucht der Königsfamilie haben und die Erinnerung an jene dramatischen Tage wachhalten. Außerdem werfen wir in Wildenwart, Hintersee und Anif einen Blick auf die Zufluchtsstätten der königlichen Familie, deren Innenbesichtigung leider nicht möglich ist, weil sie privat genutzt werden. Dafür stoßen wir im österreichischen Anif auf „100 Jahre Freistaat Bayern“ an.

Geplante Route: München/Marstallplatz, Trudering, Haar, Grafing, Westerndorf St. Peter, Rosenheim, Wildenwart (Mittagessen), Hintersee (Kaffee & Kuchen), Anif bei Salzburg, München/Marstallplatz

Wann: voraussichtlich im Mai 2019, 8.00-22.00 Uhr

Treffpunkt, 8 Uhr: Denkmal Max I. Josephs, Max-Joseph-Platz 1, 80539 MünchenRückkehr, ca. 22 Uhr: Marstallplatz, MünchenPreis: 78 €/Person (ohne Verpflegung)



Vorangegange Themen


Schüsse in der Promenadestraße
Das Attentat auf Kurt Eisner
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Wochenlang hatte der provisorische Ministerpräsident des Freistaats Bayern geglaubt, die Mehrheit der Bevölkerung stünde hinter ihm. Doch bei den ersten freien Landtagswahlen erreichten seine „Unabhängigen Sozialdemokraten“ nur schlappe 2,53 Prozent. Zum Rücktritt entschlossen, machte sich Kurt Eisner von seinem Büro im Palais Montgelas am 21. Februar 1919 gegen 9.55 Uhr zu Fuß auf den Weg zur konstituierenden Sitzung im nahen Landtagsgebäude. Versteckt in einem Hauseingang an der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße lauerte schon sein Mörder.



Morgenröte der Demokratie
Frauen dürfen erstmals wählen
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Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Sturz der weiß-blauen Monarchie lag die alte Welt in Scherben. Jetzt ging es ans Aufräumen. Als provisorischer Ministerpräsident mühte sich Kurt Eisner um moderate Friedensbedingungen, um eine geordnete Demobilisierung, um die Lebensmittelversorgung und um die Arbeitsbeschaffung. Außerdem setzte er den Achtstundentag und das Frauenwahlrecht durch: „Nur ein Land, das seine Frauen / Frei und gleich und würdig stellt, / Nur ein solches Land strebt aufwärts, / Steht voran in aller Welt.“


Eben noch unter Kronleuchtern ...
Die Revolution 1918/1919 aus Sicht der bayerischen Königstöchter
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In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 stürzt mit König Ludwig III. von Bayern der erste deutsche Monarch von seinem Thron. Seine Flucht aus München samt Familie und Bediensteten ist an Pannen kaum zu überbieten.   

Im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher hat Christiane Böhm die Tagebücher der Königstochter Wiltrud entdeckt. Sie erlauben einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen jener turbulenten Tage, werden in diesem Band erstmals ausführlich veröffentlicht und lassen den Leser in ein Drama von shakespeare’scher Wucht eintauchen: Die Königin ist sterbenskrank. Ihre Angehörigen fürchten, einem ähnlichen Schicksal anheimzufallen wie die russische Zarenfamilie, die wenige Wochen zuvor ermordet worden ist. Die jüngste Tochter bangt um das Zustandekommen ihrer mühsam arrangierten Ehe. Und ihr Verlobter wird Augenzeuge der tödlichen Schüsse auf den Revolutionsführer und bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.

Buchpräsentation mit Herausgeberin Christiane Böhm, Lektor Klaus Reichold und Verleger Thomas Endl


Sturmvögel der Revolution
Kurt Eisner ruft die Republik aus
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Kundgebung auf der Theresienwiese: Stadtarchiv, FS-REV 001

Am 7. November 1918 zeigte sich der Spätherbst in München von seiner schönsten Seite. Die Theresienwiese lag im milden Nachmittagslicht – doch in der Volksmenge, die sich im Schatten der Bavaria versammelt hatte, brodelte es: Zermürbt von den schwindelerregend hohen Opferzahlen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, vom Hunger zuhause und von der Sturheit des morschen Systems brach sich der Umsturz mit brausendem Jubel Bahn: München erlebte die bis dato größte Demonstration seiner Geschichte. Am späten Abend war Bayern ein Freistaat.

Führung
Geplante Stationen: Historische Schauplätze an der Route des Demonstrationszuges vom 7. November 1918 (Theresienwiese, Hauptbahnhof, Mathäser Bierhallen, Landtagsgebäude an der Prannerstraße)