Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

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Das Luftschiff, mit dem die Histonauten  die Weltgeschichte erkunden, hat Henri Giffard konstruiert.  Dem dampfmaschinenbegeisterten Franzosen gelang 1852  der allererste motorisierte bemannte Flug.  Von Paris über Versailles nach Elancourt legte das Gefährt  rund 28 Kilometer zurück.  Mit seiner aerodynamischen Form und der drei PS starken  Dampfmaschine, die die Luftschraube antrieb, kam der  schnittige Gasballon mit acht Kilometern pro Stunde voran.  Das dreieckige Segel nutzte Giffard zum Steuern.  Zum Landen warf er den Anker. Eine optimierte Variante  des Luftschiffes ging bei der Probefahrt in Flammen auf.  Giffard und sein Begleiter entkamen der Katastrophe  jedoch unverletzt. Erst fünfzig Jahre nach Giffards Pionierflug  gelang es Ferdinand Graf Zeppelin,  ein wirklich verkehrstüchtiges Luftschiff zu bauen.   (© Bild: Sammlung Jean Louis Schlim)


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(c) Histonauten


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

die letzten Monate seines Lebens brachte der Märchenkönig zwar überwiegend in der Gebirgsregion zwischen Bayern und Tirol zu. Gedanklich aber war er längst in China. Denn spätestens ab Ende 1885 plante er einen „Chinesischen Sommerpalast“, der von den kaiserlichen Anlagen in Peking inspiriert sein sollte.

Das Interesse Ludwigs II. an der fernöstlichen Kultur dürfte schon in seinen Münchner Jugendtagen geweckt worden sein – von illusionistischen Architekturen wie der Pagodenburg im Schlosspark zu Nymphenburg oder dem Chinesischen Turm im Englischen Garten. Dass die Pariser Weltausstellung, die er im Sommer 1867 besuchte, einen chinesischen Pavillon samt Teezeremonie präsentierte, könnte die Sache befeuert haben.

Jedenfalls vertiefte er sich in den kommenden Jahren in das tragikomische Märchen „Turandot“, das nach der Tochter eines chinesischen Kaisers benannt ist, bestellte laut dem Lamento seines Hofsekretärs eine „Unmasse“ fernöstlicher Vasen, Stoffe und Gefäße und ließ sich im März 1881 vom sächsischen Hoflieferanten Carl Müller & Co. einen Kimono kommen.

Weil er sich auch in die chinesische Zeremonienordnung einzulesen begann, fürchteten seine Diener, sie müssten bei Aufenthalten im „Chinesischen Sommerpalast“ seine Anordnungen auf dem Bauch liegend entgegennehmen. Deshalb sollen sie ungemein erleichtert gewesen sein, dass dieses letzte Bauprojekt des Märchenkönigs nicht mehr realisiert wurde.

An diesem Montag erzählte Klaus Reichold in der Reihe „Mit Ludwig II. im Gebirge“ u. a. von der höchstgelegenen Burgruine Deutschlands, von der Hagia Sophia in Istanbul und von einem erbeuteten Pekinesen-Hündchen namens „Looty“. Eine Exkursion gemeinsam mit Markus Richter, dem ehemaligen Kastellan von Schloss Neuschwanstein und Autor des Neuschwanstein-Thrillers „Ins Herz“, rundet das Thema am kommenden Samstag ab.

(c) VR-Dynamix

Geplatzte Architekturträume
Burg Falkenstein, der Byzantinische und der Chinesische Palast
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Den Baugrund hoch über Pfronten hatte ein Strohmann bereits erworben. Es gab sogar schon Pläne, die ein Schlafzimmer mit 300 (!) Quadratmetern Grundfläche vorsahen. Allerdings wurde die „Ritterburg“ Falkenstein nie gebaut. Das gleiche Schicksal erlitt der Byzantinische Palast, dessen Schlosskapelle dem Vorbild der Hagia Sophia in Istanbul folgen sollte. Auch der Chinesische Sommerpalast, der seinen Platz wohl am Nordufer des Plansees in Tirol gefunden hätte, blieb Utopie. Dafür lassen 3D-Animationen die Wirkung dieser „Traumhäuser“ erahnen.


Exkursion
Sa, 20.07.2019, 11.00 - 18.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz vor der Zufahrt zum Burghotel Falkenstein (an der Ampel, Parkgebühr 3 €), Ortsteil Meilingen, 87459 Pfronten
45 € (bitte organisieren Sie die Anreise individuell; gerne sind wir Ihnen behilflich, Fahrgemeinschaften zu bilden; wer eine Mitfahrgelegenheit anbieten kann oder sucht, möge uns einen entsprechenden Hinweis geben)

Anmeldung für die Exkursion am 20.07.2019 per Mail ...

Voraussichtliche Stationen: Aufstieg zur Burgruine Falkenstein, Plansee (Denkmal für König Maximilian II. von Bayern, geplanter Standort des Chinesischen Sommerpalastes), Elmauwald bei Graswang (geplanter Standort des Byzantinischen Palastes), Gelegenheit zum Mittagessen im Burghotel Falkenstein oder im Gasthof zum Schluxen in Pinswang

Weil es sich bei den Exkursionen dieser Reihe um ausgesprochene Outdoor-Aktivitäten mit längeren Wanderungen handelt, bitten wir Sie, die entsprechende Ausrüstung dabeizuhaben (Trekkingkleidung, festes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz, evt. Wanderstöcke).

Bei anhaltend schlechtem Wetter müssen wir die Exkursionen verschieben. Bitte geben Sie bei der Anmeldung (unbedingt erforderlich wegen begrenzter Teilnehmerzahl) Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse an, damit wir Sie kurzfristig kontaktieren können.

Ob die Exkursion stattfindet oder nicht, erfahren Sie spätestens 24 Stunden vor Beginn der Exkursion auf unserer Homepage. Dort geben wir im Falle des Falles auch den Ersatztermin bekannt.


Künstler, Kämpfer, Könige
Kunstareal-Schnitzeljagd
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Noch bis zum 1. August kann man mitmachen und Gutscheine für unsere Veranstaltungen gewinnen.

Anlässlich des Kunstareal-Festes haben wir eine Schnitzeljagd entworfen, die Sie an drei Orte des Areals führt. Denn im Kunstareal spiegeln sich viele Facetten der Kulturgeschichte Münchens und Bayerns wider. Die Fragen unserer Schnitzeljagd rufen Ereignisse und Persönlichkeiten in Erinnerung, die hier ihre Spuren hinterlassen haben.


Die Teilnahmezettel zum Herunterladen:




Viel Spaß!


Unser Geschenktipp

Eben noch unter Kronleuchtern ...
Die Revolution 1918/1919 aus Sicht der bayerischen Königstöchter

Herausgegeben von Christiane Böhm

Erschienen am 2. Oktober 2018
Hardcover mit Lesebändchen, 180 Seiten und über 40 historischen Abbildungen
18,00 € (D), ISBN 978-3-944936-52-9

„Wer hätte sich das träumen lassen! Nach bald tausendjährigem Bestehen der bayrischen Dynastie — ein solch jähes Ende!“

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 stürzt mit König Ludwig III. von Bayern der erste deutsche Monarch von seinem Thron. Seine Flucht aus München samt Familie und Bediensteten ist an Pannen kaum zu überbieten.   

Im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher hat Christiane Böhm die Tagebücher der Königstochter Wiltrud entdeckt. Sie erlauben einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen jener turbulenten Tage, werden in diesem Band erstmals ausführlich veröffentlicht und lassen den Leser in ein Drama von shakespeare’scher Wucht eintauchen:   

Die Königin ist sterbenskrank. Ihre Angehörigen fürchten, einem ähnlichen Schicksal anheimzufallen wie die russische Zarenfamilie, die wenige Wochen zuvor ermordet worden ist. Die jüngste Tochter bangt um das Zustandekommen ihrer mühsam arrangierten Ehe. Und ihr Verlobter wird Augenzeuge der tödlichen Schüsse auf den Revolutionsführer und bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.

"Unser Leben ist wie ein spannender Roman; alles spitzt sich jetzt auf Stunden zusammen." (Prinzessin Wiltrud von Bayern)                        


Leseprobe:

Ohne Licht folgte das Auto dem der Eltern durch die schwachbeleuchtete und gegen Osten menschenleere Stadt. „Albrecht mußte sich ducken und die Mütze vorziehen, Hildegard war auch zusammengekauert am Rücksitz. Albrecht glaubte einen Soldaten gesehen zu haben, der dem Auto einen Stein nachwarf — etwas hörte ich auch gegen das Auto prallen. Zwei Leute gingen mit Hanfernen Säcken gegen die Stadt, vielleicht waren es Plünderer. Man war voll Schreck (...). Trupps von Demonstranten begegneten wir nicht, das Maschinengewehrfeuer war auch nur innen     in der Stadt. Wir glaubten an eine Schlacht zwischen Militär und Zivil. Jeden Augenblick fürchteten wir eine Panne. — Da hält das vordere Auto ...“

Verstärkung der Mauer am Brandenburger Tor im November 1961 (National Archive)

Seit 4. März 2018 in der ZDF-Mediathek

Walter Ulbricht - sein geheimes Doppelleben
TV-Dokumentation von Sonja von Behrens

Er belog die Welt über die Mauer wie über sein Privatleben. Die Dokumentation zeigt die Karriere und das Privatleben Walter Ulbricht aus neuer Sicht. Der DDR-Diktator war nicht nur ein gnadenloser Apparatschik und Machtmensch, er war auch Geliebter, Ehemann und Vater. Und er war durchaus lernfähig, was die Entwicklung in der DDR betraf. Nicht sein starres Festhalten am alten System führte zu seinem Sturz durch Erich Honecker, sondern Ulbrichts Wunsch nach Reformen. Mehr Infos ...

Podcast zur Publikation "Im Maschinenraum des Ersten Weltkriegs - Eine Spurensuche in Ingolstadt"

Zum "virtuellen Museum" Im Maschinenraum des Krieges, das wir gemeinsam mit der append[x] GmbH für das Bayerische Armeemuseum erarbeitet haben, gibt es nun auch eine Begleit-Publikation.

Franz Hofmeier, der schon zahllose Schulklassen durch das Bayersiche Armeemuseum geführt hat, hat die Informationen nochmals erweitert und jugendgerecht formuliert, um auch Schülern die konkreten Konsequenzen, die der Krieg für Ingolstadt hatte, nahe zu bringen:

Franz Hofmeier: Im Maschinenraum des Ersten Weltkriegs. Eine Spurensuche in Ingolstadt, in der Reihe Materialien des Museumspädagogischen Zentrums München (MPZ), herausgegeben vom Bayerischen Armeemuseum. Erhältlich u.a. hier ...

Dr. Isabella Kreim vom Kulturkanal Ingolstadt hat die Neuerscheinung und das ganze Projekt nun ausführlich im Radio vorgestellt. Hier gibt es den Beitrag zum Nachhören ...  

Die Histonauten zu Gast bei "Habe die Ehre!"
Jetzt nachhören in der Mediathek von BR Heimat

Wie können wir aus der Geschichte lernen?

Die Histonauten Klaus Reichold und Thomas Endl fragen nach dem Zusammenhang der Ereignisse.

Sie waren zu Gast bei Conny Glogger und haben ihre Arbeit vorgestellt.

PIN.X - Bilder drehen, Bilder verstehen
Museums- und Filmpädagogik
in der Pinakothek der Moderne

Wir filmen mit Schülerinnen und Schülern! Aus Kunst werden Videos, aus "Stills" Stories. Mehr Infos ...

Wenn Sie auch Interesse daran haben, mit Ihrer Klasse teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns.

Im Maschinenraum des Krieges
Das Bayerische Armeemuseum erinnert an den Ersten Weltkrieg

Die Histonauten haben im Auftrag des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt und in Zusammenarbeit mit append[x] ein „Virtuelles Museum“ geschaffen. Es verbindet historisch relevante Schauplätze in Ingolstadt mit der großen Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly und steht unter http://1914-1918.armeemuseum.de online. Ein  Artikel von Klaus Reichold und ein Trailer von Thomas Endl stellen das Projekt hier vor:

Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)
Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)