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Coronabedingt können unsere üblichen Präsenzveranstaltungen (Vorträge, Rundgänge, Exkursionen) derzeit leider nicht stattfinden. Deshalb gibt es momentan auch kein Programm.

Per Newsletter, zu dem Sie sich im Kontaktfeld links anmelden können, informieren wir Sie aber gern über Sonderveranstaltungen mit beschränkter Teilnehmerzahl und über unser Online-Angebot, das wir peu  à peu ergänzen und ausbauen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!



Newsletter 238 (Allerheiligen 2020)


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag, dazu ein coronabedingter „Lockdown light“ – Erich Kästner, der auf dem Friedhof Bogenhausen seine letzte Ruhe gefunden hat und dieser Tage auch von der Süddeutschen Zeitung zitiert worden ist, hat wirklich recht: „Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor!"

Wir denken, dass gegen den November-Blues eine Betrachtung über die „Schöne Leich‘“ helfen könnte, die Klaus Reichold vor vielen Jahren für eine Publikation der Bayerischen Staatszeitung verfasst und in der vergangenen Woche für unser Online-Angebot „Durch Land und Zeit – Mit den Histonauten unterwegs“ aktualisiert und eingesprochen hat. Wenn Sie mögen, hören Sie hier hinein.

Das eine oder andere wird Ihnen, sofern Sie gelegentlich einem Vortrag in St. Bonifaz gelauscht haben, bekannt vorkommen.

Und wenn Sie sich fragen, von wem die originelle Illustration zum gewaltsamen Ende der bedauernswerten Maria von Brabant stammt: von der Rosemarie Zacher, die mit ihrer Ausstellung „Vergnügliche Unzulänglichkeiten“ noch bis 7. November 2020 im Laden der Münchner Buchmacher im Neuen Rathaus (Eingang Dienerstraße) vertreten ist.

Bleiben Sie gesund!

Mit besten Grüßen

Thomas Endl 



Erkundungen

Wir sind regelmäßig in weiß-blauen Landen unterwegs und entdecken Neues. Manchmal machen wir daraus ein Ratespiel und fragen, wo wir waren. Wenn Sie uns auf Instagram oder Facebook folgen, können Sie mitmachen.



Newsletter 237 (15.10.2020)

 

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

weil uns heute Nacht der Alptraum geplagt hat, Sie hielten uns für verschollen, scheint es uns höchste Zeit zu sein, Sie auf den neuesten Stand zu bringen und Ihnen zu versichern: Es gibt uns nach wie vor!

Wir arbeiten momentan an diversen Publikationen und – gemeinsam mit Gerhard Willhalm, der die Seite stadtgeschichte-muenchen.de betreibt – an einem Online-Auftritt unserer „litera bavarica“. Die Buchmesse mit Publikationen und Informationen zu München, Bayern und zur europäischen Kulturgeschichte, die wir 2017 aus der Taufe gehoben haben, sollte im Herbst wieder im Zentrum St. Bonifaz stattfinden. Weil eine solche Veranstaltung coroanabedingt derzeit nicht möglich ist, weichen wir ins Internet aus.

Dafür sind Sie herzlich eingeladen, physisch und „in personam“ den Laden der Münchner Buchmacher im Neuen Rathaus an der Dienerstraße aufzusuchen, den uns wieder das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München zur Verfügung gestellt hat. Eröffnet von Kulturreferent Anton Biebl und Kommunalreferentin Kristina Frank, präsentiert er bis Ende Januar 2021 „das größte München-Bücher-Angebot der Welt“ (Franz Schiermeier). Neben Publikationen aus den Verlagen Allitera, Franz Schiermeier, Friedrich Pustet, Hirschkäfer, Morisken, Volk und weiteren Bavarica-Spezialisten finden Sie hier von Dienstag bis Samstag (11 bis 19 Uhr) auch Tonträger von Trikont und jene Sachbücher, Krimis und Thriller, die bei uns, in der edition tingeltangel beziehungsweise in der Edition Luftschiffer, erschienen sind.

Außerdem können Sie im Laden der Münchner Buchmacher (www.facebook.com/Muenchner.Buchmacher) noch bis 7. November 2020 eine Ausstellung mit Werken unserer lieben Freundin Rosemarie Zacher (www.rosemarie-zacher.de) sehen. Die einstige „Stadtmalerin“ von Starnberg und Trägerin des Pasinger Kunst- und Kulturpreises schuf unter anderem die Wappenstele des bayerischen Städtetags für die Bayerische Vertretung in Berlin und gab Kurse und Workshops für Institutionen wie die Bayerische Schlösserverwaltung, den Bezirk Oberbayern oder das Haus der Kunst. Ihre gewitzten Illustrationen, die häufig einen Bezug zur bayerischen Geschichte haben, zierten in der Vergangenheit zahlreiche Buchbeiträge von Klaus Reichold. Das Motto ihrer Ausstellung im Buchmacher-Laden lautet „Vergnügliche Unzulänglichkeiten“. Die Schau nimmt unsere oft liebenswürdigen Fehler und Fehlleistungen auf die Schippe und präsentiert neben Plastiken (darunter die drei Majestäten Leowig, Ottmilian und den „King mit Durchblick“) auch ein Gemälde von Kurfürst Max Emanuel, das deshalb „Oben ohne“ betitelt ist, weil es den gefürchteten „Türkenhelden“ erstmals ohne die ja wirklich entstellende und vermutlich von zahllosen Läusen bevölkerte Allonge-Perücke zeigt.

„Bespielt“ wird der Laden der Münchner Buchmacher übrigens auch vom „Literatur Radio Hörbahn“, das einmal im Monat zwischen den Regalen und vor (coronabedingt überschaubarem) Publikum eine Sendung aufzeichnet. Der nächste Termin ist Mittwoch, 4. November 2020, 19 Uhr. Marta Donato liest aus ihrem neuen Italien- & Bayern-Krimi „Schnee vom Gardasee“ (edition tingeltangel) und steht anschließend dem Moderator Dr. Uwe Kullnick Rede und Antwort. (www.edition-tingeltangel.de/krimis-thriller-1/krimi-schnee-vom-gardasee/).

Auch Klaus Reichold und ich waren dort schon vor einiger Zeit mit unserer Ludwig II.-Biographie „Die phantastische Welt des Märchenkönigs“ zu Gast. Diese Sendung können Sie unter literaturradiohoerbahn.com/hos-im-rathaus-die-phantastische-welt-des-maerchenkoenigs-ludwig-ii-biographie-von-klaus-reichold-und-thomas-endl-lesung-und-hintergrundgespraech/ nachhören.

Bleiben Sie gesund!

 

Newsletter 236 (04.08.2020 / Update 11.09.2020)

 

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

schon wieder ist der Märchenkönig in aller Munde – diesmal, weil er am 25. August 2020 sein 175. Wiegenfest feierte (sofern er nicht gestorben ist, sondern in der Nacht zum 14. Juni 1886 tatsächlich in einen Schwan verwandelt wurde, wie manche Esoteriker glauben).

Aus diesem Anlass lasen Klaus Reichold und Thomas Endl aus ihrer Biographie über Ludwig II., die vor Kurzem unter dem Titel "Die phantastische Welt des Märchenkönigs" in zweiter Auflage erschienen ist.

Zu dieser Lesung eingeladen hat Uwe Kullnick vom Literatur Radio Hörbahn.

Die Radio-Live-Aufzeichnung mit Hintergrundgespräch fand am Mittwoch, 5. August 2020, im Buchladen der Münchner Buchmacher im Neuen Rathaus (Eingang in der Dienerstraße) statt.

Inzwischen ist die Sendung hier auch online zu hören.

Auf den Seiten des Literatur Radio Hörbahn finden Sie außerdem eine Sendung mit dem Krimi-Autor Markus Richter, der als ehemaliger Kastellan von Neuschwanstein zwei Thriller über Ludwig II. geschrieben und im Frühling und Sommer 2019 mehrere Exkursionen des bavaricum@histonauten begleitet hat.



Newsletter 235 (12.07.2020)


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

er spielte leidenschaftlich gern Klavier, Schach und Tennis, war ungemein gewitzt und führte zeitweise das Leben eines Dandys. Aufgewachsen im Berliner Villenviertel Grunewald, wo Bilder von Lenbach die Wände schmückten, begann er den Tag in aller Regel nicht vor 11 Uhr, verbrachte die Abende vorzugsweise im Kino und die Nächte mit Freunden bei gelehrten Diskussionen über Gott und die Welt. Seinen Entschluss, Evangelische Theologie zu studieren, hielt der Vater, Chefarzt der Neurologie an der Charité, für Zeitverschwendung. Immerhin war der Großvater mütterlicherseits Hofprediger an der Potsdamer Garnisonkirche gewesen.

Den großbürgerlichen Bonvivant mit aristokratischen Wurzeln legte der ebenso weltläufige wie polyglotte Dietrich Bonhoeffer zwar nie wirklich ab. Andererseits tauchte er – ob in Harlem oder am Prenzlauer Berg – in prekäre Lebenswelten ein, bewunderte Mahatma Gandhi und stellte sich an die Seite derer, die Hilfe und Unterstützung brauchten. Er war überzeugt davon, dass die christlich-humanistischen Werte nicht verhandelbar sind und dass eine christlich-humanistische Haltung in ein entsprechendes Handeln münden muss. Folgerichtig schloss er sich in den Tagen des Nationalsozialismus dem Widerstand an.

Dank persönlicher Verbindungen kam er im Zweiten Weltkrieg zum „Amt Ausland/Abwehr“, dem militärischen Nachrichtendienst der deutschen Wehrmacht, wo er – gedeckt von Vorgesetzten – im Sinne des Widerstandes tätig blieb. Seine internationalen Kontakte prädestinierten ihn zum Doppelagenten. Über das Münchner Büro der „Abwehr“ in der Schönfeldstraße und über den späteren CSU-Vorsitzenden Josef Müller, den legendären „Ochsensepp“, liefen seine Drähte in den Vatikan. Und in Ettal, wo er drei Monate verbrachte und in der Klosterbibliothek arbeiten durfte, sprach er mit dem Jesuitenpater und NS-Gegner Rupert Mayer.

Schon lange unter Beobachtung der Gestapo, flog er am Ende freilich doch auf. Sein letzter Weg führte ihn vom Militärgefängnis Berlin-Tegel über Buchenwald, Regensburg, Metten und den niederbayerischen Marktflecken Schönberg nach Flossenbürg in der Oberpfalz. Dort wurde er in den letzten Tagen der NS-Herrschaft an der Seite von Admiral Wilhelm Canaris, seinem Chef im „Amt Abwehr/Ausland“, gehängt.

Anlässlich seines 75. Todesjahres hat sich Klaus Reichold mit Pfarrer Thomas Lotz von der Evangelischen Kirchengemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn unterhalten. Im dortigen Gemeindezentrum war kürzlich eine Wanderausstellung über Dietrich Bonhoeffer zu sehen, die vom Evangelischen Presseverband für Bayern konzipiert wurde und im Lauf des Jahres an verschiedenen Orten in ganz Deutschland gezeigt wird.

Wir haben das Gespräch für Sie mitgeschnitten:



Weiterführende Informationen und den Liedtext zum Mitsingen am Ende der Aufzeichnung finden Sie hier ...


Mit den besten Grüßen

Thomas Endl


Newsletter 234 (22.06.2020)


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

vor gut fünf Jahren ist eine virtuelle Ausstellung eröffnet worden, die wir – in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Ingolstadt, dem Stadtmuseum Ingolstadt und den Gestaltern von append[x] aus Endlhausen – für das Bayerische Armeemuseum erarbeitet haben. Sie thematisiert die Rolle von Ingolstadt im Ersten Weltkrieg. Denn hier trafen zwischen 1914 und 1918 alle aufeinander: Soldaten, die mit Sonderzügen an die Front verlegt wurden, Verwundete, die in den Reservelazaretten wieder einsatzfähig gemacht werden sollten, Frauen, die in der Rüstungsindustrie arbeiteten und Kriegsgefangene, die in ortsansässigen Betrieben jene Männer ersetzten, die ihr Leben auf den Schlachtfeldern gelassen hatten.

Auf der Grundlage dieser virtuellen Ausstellung hat „Schanzer.TV“, das regionale Online-Fernsehen für Ingolstadt und Umgebung, eine 3-teilige Filmserie produziert. Sie ist soeben fertig geworden und wird an diesem Dienstag im Rahmen einer Live-Premiere präsentiert. Sie beleuchtet unter anderem die Mangelwirtschaft jener Tage, die zwiespältige Haltung der Kirchen zum Krieg und den Umgang der Angehörigen mit dem tausendfachen „Heldentod“ – zu dessen ersten Opfern ausgerechnet der einzige Sohn des damaligen Ingolstädter Bürgermeisters Jakob Kroher zählte. Ergänzende Interviews mit Nachfahren von Zeitzeugen, mit dem Stadtheimatpfleger Tobias Schönauer, mit Beatrix Schönewald, der Leiterin des Stadtmuseums, und mit Franz Hofmeier, der als ehemaliger Schulleiter des Descartes-Gymnasium in Neuburg Unterrichtsmaterialen zu der virtuellen Ausstellung verfasst hat, zeigen am Beispiel Ingolstadt, wie verheerend sich die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George F. Kennan) auf den Alltag der Soldaten im Feld und auf das Leben der Zivilbevölkerung an der „Heimatfront“ ausgewirkt hat.

Verfolgen können Sie den Stream entweder über https://livestream-ingolstadt.de/schanzer-stadtgeschichte oder über die Facebook-Seite von „Schanzer.TV“. Falls Sie an diesem Dienstag nicht live dabei sein können: Die die drei Teile der Filmserie werden in den Wochen nach der Live-Premiere peu à peu auf www.schanzer.tv veröffentlicht.

Wann: Di, 23.06.2020, 19 Uhr
Wo: im Internet unter https://livestream-ingolstadt.de/schanzer-stadtgeschichte oder später unter www.schanzer.tv.

Mit den besten Grüßen – auch von der Leitung des Bayerischen Armeemuseums

Thomas Endl 



Newsletter 233 (05.06.2020)


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

ein herzliches Dankeschön für die vielen aufmunternden Reaktionen, die uns in den vergangenen Wochen erreicht haben!

Ihr Zuspruch hilft uns sehr, an die Zukunft zu glauben – trotz der coronabedingten Einschränkungen, die uns, wie es Katharina Thalbach neulich so hübsch in einem Spiegel-Interview formuliert hat, in eine Reihe stellen mit „Bordellen, Tanzschuppen und Schaustellern … und allem, was Freude macht“.

Ab 15. Juni 2020 erlaubt die Bayerische Staatsregierung zwar die Wiederaufnahme des „analogen“ kulturellen Veranstaltungsbetriebes – allerdings unter Bedingungen, die wir organisatorisch nicht erfüllen können, die uns wirtschaftlich das Kreuz brechen würden und die wir Ihnen und uns auch gar nicht zumuten wollten. Deshalb dürfte es noch einige Zeit dauern, bis wir die üblichen histonautischen Umtriebe (Vorträge in St. Bonifaz, Museums- und Stadtrundgänge, Exkursionen) fortsetzen können.

Uns fehlt der persönliche Kontakt mit Ihnen. Andererseits ist klar: Unser aller Gesundheit geht vor. Außerdem haben Klaus Reichold und ich das Glück, dass wir – dank unserer Ausbildungen zu Kulturjournalisten und Filmemachern – mit Ihnen auch auf anderen Wegen in Kontakt bleiben können, beispielsweise über regelmäßige Online-Angebote, die sich unterschiedlicher Formate bedienen und Raum für individuelle Nachfragen bzw. für den persönlichen Austausch bieten.

Wir haben inzwischen – nach allerlei Experimenten – unser Film-Equipment ergänzt. Auch die jüngsten, überraschend guten Erfahrungen mit „Zoom-Meetings“ stimmen uns zuversichtlich: Es sollte uns gelingen, ein Programm zusammenzustellen, das im virtuellen Raum anders, letztlich aber ähnlich funktioniert wie unser bisheriger „analoger“ Veranstaltungsbetrieb.

Leider sind wir noch nicht so weit, wie wir sein wollten. Dafür finden Sie hier die erste Folge unserer neuen Rezensions-Reihe „Hut ab oder Kopf ab? – Die Histonauten-Kritik“. Wir besprechen die Ausstellung „Eine Neue Zeit – Die Goldenen Zwanziger in Oberbayern“. Sie ist noch bis 14. Juni 2020 im Freilichtmuseum des Bezirks Oberbayern zu sehen und sei zur Vorbereitung all jenen unserer Hörer ans Herz gelegt, die mit dabei sein wollen, wenn wir im Herbst dieses Jahres (sei es online oder „analog“) die Vortragsreihe „Bayern in den 1920-er Jahren“ starten.


Außerdem können Sie Klaus Reichold vermutlich an diesem Samstag in Bayern 2 hören. Er spricht über König Ludwig II. und das Schloss Linderhof, das am vergangenen Dienstag nach mehrwöchiger, coronabedingter Schließung wieder seine Tore geöffnet hat. Das Interview ist im Mai aufgezeichnet worden. Es wird einfließen in einen etwa fünfminütigen Beitrag, der – sofern es keine Programmänderung gibt – zwischen 9.05 und 12.00 Uhr ausgestrahlt und danach wohl auf der Website der Sendung zu finden sein.

Wann: Samstag, 06.06.2020
Welche Sendung: Bayern 2 am Samstagvormittag
Wann: 9.05 bis 12.00 Uhr

Mit besten Grüßen
Thomas Endl





Newsletter 232 (19.04.2020)


Liebe Freunde der weiß-blauen (und sonstigen) Kulturgeschichte,

wenn von den Histonauten die Rede ist, dann haben die meisten von Ihnen vermutlich nur den Klaus Reichold und mich vor Augen. Tatsächlich aber sind wir ein fideles Trio: Ohne die gelernte Kinderkrankenschwester und studierte Zeithistorikerin Sonja von Behrens, die – ebenso wie wir – aus dem Fernsehjournalismus kommt und zahlreiche Museumsprojekte mit uns erarbeitet hat, würden wir uns nicht komplett fühlen.

Sonja von Behrens hat ihre ersten Erfahrungen bei der BBC in Birmingham gesammelt, sitzt heute in Hamburg und ist vor allem für ARD und ZDF tätig. Als Autorin und Regisseurin nimmt sie immer wieder herausragende Ereignisse und Persönlichkeiten der jüngsten deutschen und europäischen Geschichte unter die Lupe. Mehr über Sonja von Behrens finden sie auf ihrer eigenen Homepage.

An diesem Sonntag feiert ihr neuestes Werk seine Premiere im ZDF:

Die zwei Leben des Willy Brandt

45-minütige Filmdokumentation von Sonja von Behrens
So., 19.04.2020, 23.45 Uhr

Der vierte Kanzler der Bundesrepublik vereinte Widersprüchliches: Er war ein eher scheuer Liebling der Massen, ein versöhnungsbereiter Kämpfer, ein manchmal melancholischer Machtpolitiker.

1969 wird Willy Brandt zum ersten Bundeskanzler mit SPD-Parteibuch gewählt. Für seine Ostpolitik erhält er den Friedensnobelpreis und erringt für seine Partei das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte. 1974 tritt er gedemütigt wegen einer Spionage-Affäre zurück.

"ZDF-History" zeigt den Lebensweg Willy Brandts, der sich aus schwierigen Verhältnissen nach oben arbeitete und an inneren Widersprüchen litt. Menschen, die Brandt gut kannten, darunter sein persönlicher Referent Dieter Lasse oder sein ältester Sohn Peter, berichten von politischen Triumphen und persönlichen Tiefschlägen eines der großen Kanzler der Bundesrepublik, dessen Regierung als Zeit des Umbruchs in Erinnerung bleibt.

Die Fernsehdokumentation ist mindestens ein Jahr lang in der ZDF Mediathek abrufbar.
Oft wird der Link schon in den Nachmittagsstunden des Sendetages freigeschaltet.

Einen interessanten Filmabend wünscht
Thomas Endl



Newsletter 231


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

eigentlich wollten wir Sie schon in der Karwoche mit einem „Viertelstünder“ grüßen, einem 15-minütigen Filmvortrag über „Geistliches Spektakel rund um Ostern“. Weil der Klaus Reichold nach langer Enthaltsamkeit einem regelrechten Recherche-Rausch verfallen ist, dauert der „Viertelstünder“ jetzt allerdings eher eine Dreiviertelstunde.

Dazu kommt, dass wir die Technik noch nicht so richtig beherrschen (was man dem Werk auch ansieht) und dass der rote Histonauten-Kater mehrmals für Ungemach am Set gesorgt und unter anderem das Filmlicht umgeworfen hat (der schwarze Histonauten-Kater schaut zwar frecher, ist aber eher am Fressen interessiert und bei den Dreharbeiten erstaunlich brav geblieben). Deshalb ist das Opus erst heute fertig geworden:

Von alten Spitalern und dem Triumph des Lebens – Geistliches Brauchtum rund um Ostern

37-minütiger Filmvortrag von Klaus Reichold & Thomas Endl
in der neuen Reihe Mit den Histonauten durchs Jahr


Wir sind also wieder da. Und auch wenn unser „analoges“ Programm mit Vorträgen in St. Bonifaz und begleitenden Rundgängen bzw. Exkursionen wegen der Corona-Krise nicht – wie geplant – nach den Osterferien starten wird:

Wir haben einen eigenen YouTube-Kanal, den Sie gerne abonnieren können. Darüber hinaus suchen wir, wie viele Kollegen, Museen und Kulturinstitute, nach neuen Wegen, über die wir mit unserem Publikum, also mit Ihnen, in Verbindung bleiben können, z.B. über Online-Seminare.

Sobald wir die technischen Möglichkeiten einigermaßen beherrschen, melden wir uns wieder.

Wir hoffen, dass Sie gut durch diese Tage kommen, und wünschen Ihnen mit unserem „37-Minüter“ viel Freude.

Beste Grüße aus der Münchner Isarvorstadt – und frohe Ostern!

Thomas Endl


Falls Sie Zeitlang nach uns haben sollten: Aus der Feder von Klaus Reichold stammt der Beitrag „Himmelskind und Adonis, Falstaff und Märchenkönig – Das Bild Ludwigs II.“, der vor Jahresfrist in einer Publikation des Freisinger Diözesanmuseums erschienen ist. Das Buch trägt den Titel „In die Wiege gelegt – Ludwig II. – Der gottgeschenkte Märchenkönig“, zählt unter anderem Reinhard Heydenreuter, Gerhard Immler und Hans Ottomeyer zu seinen Autoren und ist von Christoph Kürzeder bei Allitera herausgegeben worden.