Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

Reisen Sie mit!

Das Luftschiff, mit dem die Histonauten  die Weltgeschichte erkunden, hat Henri Giffard konstruiert.  Dem dampfmaschinenbegeisterten Franzosen gelang 1852  der allererste motorisierte bemannte Flug.  Von Paris über Versailles nach Elancourt legte das Gefährt  rund 28 Kilometer zurück.  Mit seiner aerodynamischen Form und der drei PS starken  Dampfmaschine, die die Luftschraube antrieb, kam der  schnittige Gasballon mit acht Kilometern pro Stunde voran.  Das dreieckige Segel nutzte Giffard zum Steuern.  Zum Landen warf er den Anker. Eine optimierte Variante  des Luftschiffes ging bei der Probefahrt in Flammen auf.  Giffard und sein Begleiter entkamen der Katastrophe  jedoch unverletzt. Erst fünfzig Jahre nach Giffards Pionierflug  gelang es Ferdinand Graf Zeppelin,  ein wirklich verkehrstüchtiges Luftschiff zu bauen.   (© Bild: Sammlung Jean Louis Schlim)


aktuell


Newsletter 223

Foto: Erzbischöfliches Archiv München

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

als Michael von Faulhaber am Vormittag des 12. Juni 1952 starb, ging eine Ära zu Ende. Seit 1917 hatte der gebürtige Franke als Erzbischof von München und Freising amtiert – und dramatische Umbrüche aus der Warte eines machtbewussten, noch im Kaiserreich groß gewordenen Kirchenfürsten beobachten können, darunter die Revolution von 1918/19, den Aufstieg Adolf Hitlers, den Zweiten Weltkrieg und die ersten Jahre der Bundesrepublik Deutschland.

Die meisten Akteure kannte er persönlich. Und er führte akribisch Tagebuch: Zwischen 1911 und 1952 protokollierte er auf über 4.000 Seiten zahllose Gespräche mit einflussreichen Persönlichkeiten, notierte aber auch eigene politische Überlegungen und persönliche Reflexionen.

Dieser Schatz blieb allerdings jahrzehntelang ungehoben. Denn Johannes Waxenberger, der letzte Sekretär Faulhabers, nahm die Unterlagen nach dem Tod seines Dienstherrn ohne jede rechtliche Grundlage an sich und versteckte sie – wie es heißt – in einem Pappkarton unter seinem Bett.

Erst nach dem Tod Waxenbergers kamen die Tagebücher dank einer Initiative des früheren Münchner Erzbischofs Friedrich Wetter dahin, wo sie hingehören, nämlich ins Erzbischöfliche Archiv, wo seit 1821 das gesamte amtliche Schriftgut aller Oberhirten aufbewahrt wird. Dass die Tagebücher seit 2013 – sorgfältig ediert und kommentiert – online gehen,  war das Anliegen des derzeitigen Münchner Erzbischof Reinhard Marx. Er ist der Überzeugung: „Nichts, was in den Archivalien zutage treten könnte, kann der Kirche mehr schaden als der Verdacht, wir würden etwas verschweigen oder vertuschen wollen.“

An diesem Montag erzählt Klaus Reichold in der Reihe „München im Nationalsozialismus“ u.a. von einem Leichenzug, der zur Bedrohung für die junge Demokratie wird, von einem späteren Bundeskanzler, der nur mühsam die Contenance wahren kann und von Schüssen auf das Erzbischöfliche Palais. Ein Stadtrundgang am kommenden Montag (!) rundet das Thema ab.


Festgeläut für den Führer
Kardinal Faulhaber und der Nationalsozialismus
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Er hielt Adolf Hitler für einen Mann, der „im Glauben an Gott“ lebe, schickte ihm nach dem missglückten Attentat von Georg Elser ein Glückwunschtelegramm und äußerte die Überzeugung, „daß die Juden sich selber helfen können“. Trotzdem war er den braunen Machthabern nicht grün. „Cardinal Faulhaber hat wieder mal eine freche Rede gegen uns gehalten“, notierte Goebbels. Seit 2013 nehmen Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojekts die Tagebücher des langjährigen Münchner Erzbischofs unter die Lupe, um seine widersprüchliche Haltung während der NS-Zeit zu ergründen.

Vortrag
Mo, 27.05.2019, 19.30 Uhr
Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34
15 €
Anmeldung für den Vortrag am 27.05.2019 per Mail ...


Stadtrundgang
Mo, 03.06.2019, 11.00 - 13.00 Uhr
Treffpunkt: Frauenkirche, unter der Orgelempore, Frauenplatz 12, 80331 München
15 €
Anmeldung für den Stadtrundgang am 03.06.2019 per Mail ...

Wir reihen uns bei sengender Hitze in einen riesigen Trauerzug ein, der die Bischofsgruft der Frauenkirche zum Ziel
hat, hören eine Adventspredigt, die sich „gegen die Diktatur der Gasse und der Masse“ wendet und werden Zeugen einer Straßenumbenennung. Außerdem beobachten wir die kirchliche Trauung eines verurteilten Attentäters. Weil uns ein guter Geist an die Hand nimmt, können wir am Ende sogar die Gabelsberger-Kurzschrift entziffern.

Voraussichtliche Stationen: Frauenkirche, Michaelskirche, Erzbischöfliches Palais, Dreifaltigkeitskirche, Archiv des
Erzbistums München und Freising (Besuch bei Archivoberrat Dr. Roland Götz)


Newsletter 218


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte, sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen im neuen Semester, das in der Woche nach Ostern starten wird!

Zunächst widmen wir uns noch einmal der Revolution von 1918/1919, der wir schon im Herbst und im Winter einen Schwerpunkt eingeräumt haben. Wir holen die im Oktober ausgefallene Exkursion auf der Fluchtroute Ludwigs III. nach, beschäftigen uns mit der letzten bayerischen Königin Marie Therese und beleuchten Rolle und Selbstverständnis des legendären Münchner Erzbischofs Michael von Faulhaber.

Außerdem werfen wir einen Blick auf die dramatischen Ereignisse der „Reichskristallnacht“ und führen uns die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs vor Augen, die dem „alten München“ den Garaus gemacht haben.

Weil sich die Grundsteinlegung von Neuschwanstein heuer zum 150. Mal jährt, begeben wir uns mit dem ehemaligen Kastellan des Schlosses und der Kulturvermittlerin des Museums der bayerischen Könige auf die Exkursionen der Reihe „Mit Ludwig II. im Gebirge“. Zwei andere Persönlichkeiten aus den Reihen der Wittelsbacher führen uns sogar über die bayerischen Grenzen hinaus: Mit Christoph dem Starken reisen wir (zumindest virtuell) ins Heilige Land. Und mit Violante Beatrix, einer Schwester Max Emanuels, besuchen wir den Palio von Siena.

Eine Terminübersicht finden Sie hier ...

Wir freuen uns auf Sie!



Newlsetter 208 - Weihnachten mit Bayern-Büchern


Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

kurz vor der Heiligen Nacht zieht bekanntlich nicht nur die „Wilde Jagd“ lärmend durch die Lüfte. Auch die Perchten, die „bluadige Luz“ und der „bluadige Dammerl“ treiben ihr Unwesen. Diesem Spuk wollten wir Sie gar nicht erst aussetzen. Deshalb haben wir uns schon am vergangenen Samstag mit einem Stadtrundgang zum Thema „Hitler ante portas“ in die Ferien verabschiedet: Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr!

Und falls Sie die Histonauten bis zur Fortsetzung der Reihen  „Die Wittelsbacher privat“ und „Münchner Schatzhäuser“  am 10./11. bzw. 14./19. Januar 2019 vermissen sollten:

Wir haben derzeit (bis Ende Mai 2019) das Vergnügen, mit der Histonauten-eigenen „Edition Luftschiffer“ und den sechs KollegInnen von den „Münchner Buchmachern“, darunter der Franz Schiermeier Verlag, der Hirschkäfer Verlag und der Morisken Verlag, einen Laden im Neuen Rathaus betreiben zu dürfen.

Sie finden ihn in der Dienerstraße, gegenüber dem Kaufhaus Beck, direkt neben „München Ticket“.

In diesem Laden erwartet Sie eine reiche Auswahl von weiß-blauer Literatur, darunter – passend zu unseren Themen im Herbst – ein Kalender zur Revolution von 1918/1919 und (unter dem Titel „Eben noch unter Kronleuchtern“) eine Sammlung von Tagebuchnotizen zur Flucht der königlichen Familie am 7./8. November 1918.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, 11 bis 19 Uhr 

In aller Regel werden Sie während der Öffnungszeiten von den VerlegerInnen persönlich beraten.

Wir freuen uns auf Sie!


Unser Geschenktipp zu Weihnachten

(immer vorrätig im Pop-Up-Store der Münchner Buchmacher im Münchner Neuen Rathaus, Eingang Dienerstraße, und auch sonst überall im Buchhandel erhältlich)

Eben noch unter Kronleuchtern ...
Die Revolution 1918/1919 aus Sicht der bayerischen Königstöchter

Herausgegeben von Christiane Böhm

Erschienen am 2. Oktober 2018
Hardcover mit Lesebändchen, 180 Seiten und über 40 historischen Abbildungen
18,00 € (D), ISBN 978-3-944936-52-9

„Wer hätte sich das träumen lassen! Nach bald tausendjährigem Bestehen der bayrischen Dynastie — ein solch jähes Ende!“

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 stürzt mit König Ludwig III. von Bayern der erste deutsche Monarch von seinem Thron. Seine Flucht aus München samt Familie und Bediensteten ist an Pannen kaum zu überbieten.   

Im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher hat Christiane Böhm die Tagebücher der Königstochter Wiltrud entdeckt. Sie erlauben einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen jener turbulenten Tage, werden in diesem Band erstmals ausführlich veröffentlicht und lassen den Leser in ein Drama von shakespeare’scher Wucht eintauchen:   

Die Königin ist sterbenskrank. Ihre Angehörigen fürchten, einem ähnlichen Schicksal anheimzufallen wie die russische Zarenfamilie, die wenige Wochen zuvor ermordet worden ist. Die jüngste Tochter bangt um das Zustandekommen ihrer mühsam arrangierten Ehe. Und ihr Verlobter wird Augenzeuge der tödlichen Schüsse auf den Revolutionsführer und bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.

"Unser Leben ist wie ein spannender Roman; alles spitzt sich jetzt auf Stunden zusammen." (Prinzessin Wiltrud von Bayern)                        


Leseprobe:

Ohne Licht folgte das Auto dem der Eltern durch die schwachbeleuchtete und gegen Osten menschenleere Stadt. „Albrecht mußte sich ducken und die Mütze vorziehen, Hildegard war auch zusammengekauert am Rücksitz. Albrecht glaubte einen Soldaten gesehen zu haben, der dem Auto einen Stein nachwarf — etwas hörte ich auch gegen das Auto prallen. Zwei Leute gingen mit Hanfernen Säcken gegen die Stadt, vielleicht waren es Plünderer. Man war voll Schreck (...). Trupps von Demonstranten begegneten wir nicht, das Maschinengewehrfeuer war auch nur innen     in der Stadt. Wir glaubten an eine Schlacht zwischen Militär und Zivil. Jeden Augenblick fürchteten wir eine Panne. — Da hält das vordere Auto ...“

Verstärkung der Mauer am Brandenburger Tor im November 1961 (National Archive)

Seit 4. März in der ZDF-Mediathek

Walter Ulbricht - sein geheimes Doppelleben
TV-Dokumentation von Sonja von Behrens

Er belog die Welt über die Mauer wie über sein Privatleben. Die Dokumentation zeigt die Karriere und das Privatleben Walter Ulbricht aus neuer Sicht. Der DDR-Diktator war nicht nur ein gnadenloser Apparatschik und Machtmensch, er war auch Geliebter, Ehemann und Vater. Und er war durchaus lernfähig, was die Entwicklung in der DDR betraf. Nicht sein starres Festhalten am alten System führte zu seinem Sturz durch Erich Honecker, sondern Ulbrichts Wunsch nach Reformen. Mehr Infos ...

Podcast zur Publikation "Im Maschinenraum des Ersten Weltkriegs - Eine Spurensuche in Ingolstadt"

Zum "virtuellen Museum" Im Maschinenraum des Krieges, das wir gemeinsam mit der append[x] GmbH für das Bayerische Armeemuseum erarbeitet haben, gibt es nun auch eine Begleit-Publikation.

Franz Hofmeier, der schon zahllose Schulklassen durch das Bayersiche Armeemuseum geführt hat, hat die Informationen nochmals erweitert und jugendgerecht formuliert, um auch Schülern die konkreten Konsequenzen, die der Krieg für Ingolstadt hatte, nahe zu bringen:

Franz Hofmeier: Im Maschinenraum des Ersten Weltkriegs. Eine Spurensuche in Ingolstadt, in der Reihe Materialien des Museumspädagogischen Zentrums München (MPZ), herausgegeben vom Bayerischen Armeemuseum. Erhältlich u.a. hier ...

Dr. Isabella Kreim vom Kulturkanal Ingolstadt hat die Neuerscheinung und das ganze Projekt nun ausführlich im Radio vorgestellt. Hier gibt es den Beitrag zum Nachhören ...  

Die Histonauten zu Gast bei "Habe die Ehre!"
Jetzt nachhören in der Mediathek von BR Heimat

Wie können wir aus der Geschichte lernen?

Die Histonauten Klaus Reichold und Thomas Endl fragen nach dem Zusammenhang der Ereignisse.

Sie waren zu Gast bei Conny Glogger und haben ihre Arbeit vorgestellt.

PIN.X - Bilder drehen, Bilder verstehen
Museums- und Filmpädagogik
in der Pinakothek der Moderne

Wir filmen mit Schülerinnen und Schülern! Aus Kunst werden Videos, aus "Stills" Stories. Mehr Infos ...

Wenn Sie auch Interesse daran haben, mit Ihrer Klasse teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns.

Im Maschinenraum des Krieges
Das Bayerische Armeemuseum erinnert an den Ersten Weltkrieg

Die Histonauten haben im Auftrag des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt und in Zusammenarbeit mit append[x] ein „Virtuelles Museum“ geschaffen. Es verbindet historisch relevante Schauplätze in Ingolstadt mit der großen Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly und steht unter http://1914-1918.armeemuseum.de online. Ein  Artikel von Klaus Reichold und ein Trailer von Thomas Endl stellen das Projekt hier vor:

Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)
Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)