Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

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Das Luftschiff, mit dem die Histonauten  die Weltgeschichte erkunden, hat Henri Giffard konstruiert.  Dem dampfmaschinenbegeisterten Franzosen gelang 1852  der allererste motorisierte bemannte Flug.  Von Paris über Versailles nach Elancourt legte das Gefährt  rund 28 Kilometer zurück.  Mit seiner aerodynamischen Form und der drei PS starken  Dampfmaschine, die die Luftschraube antrieb, kam der  schnittige Gasballon mit acht Kilometern pro Stunde voran.  Das dreieckige Segel nutzte Giffard zum Steuern.  Zum Landen warf er den Anker. Eine optimierte Variante  des Luftschiffes ging bei der Probefahrt in Flammen auf.  Giffard und sein Begleiter entkamen der Katastrophe  jedoch unverletzt. Erst fünfzig Jahre nach Giffards Pionierflug  gelang es Ferdinand Graf Zeppelin,  ein wirklich verkehrstüchtiges Luftschiff zu bauen.   (© Bild: Sammlung Jean Louis Schlim)


aktuell


Newsletter 198

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

dass die weiß-blaue Sozialdemokratie vor 1918 „königlich bayerisch“ genannt wurde, dass sozialdemokratische Bürgermeister damals „ungeniert regieren konnten“ und „Gespräche zwischen dem König und dem Landessekretär der bayerischen Sozialdemokraten … üblich und keine politische Sensation“ waren (Michael Appel) ist heute ebenso vergessen wie die Tatsache, dass Ludwig III. noch am 2. November 1918 zugestimmt hatte, die konstitutionelle Monarchie in eine parlamentarische umzuwandeln.

Und doch eskalierte die Situation. Die ersten Anzeichen hatten sich schon am 17. Oktober 1918 gezeigt. Als Ludwig III. mit Prinzessin Wiltrud, einer seiner Töchter, an diesem Donnerstagnachmittag in einem zweisitzigen blauen Hofwagen die übliche Ausfahrt in den Englischen Garten unternahmen, schrie dem König ein Mann in der Maximilianstraße „Dank ab!“ hinterher. Zwei Wochen später hielt Wiltrud einen anonymen Brief in Händen: „Dein Alter! Der alte Wucherer! Nicht das Land lebt von Euch, sondern Ihr lebt vom Land! Gehenkt gehört Ihr … Geht zu den Preissen … da gehört ihr hin, oder nach Ungarn, Mausfallen zu verkaufen!“.

Thomas Mann hielt die revolutionären Umtriebe in München für einen „Faschingsersatz“. Letztlich aber führten sie zu einer epochalen Zäsur, die der begnadete Essayist und Gymnasiallehrer Josef Hofmiller mit Blick auf die Revolutionsnacht vom 7. auf den 8. November 1918 folgendermaßen in Worte fasste: „München war als Hauptstadt des Königreichs zu Bett gegangen, um als Hauptstadt des Volksstaates zu erwachen.  

An diesem Montag erzählte Klaus Reichold in der Reihe „Bayern 1918-1923“ u.a. vom ersten Luftangriff der Münchner Stadtgeschichte, vom „Dotschenwinter“1916/17 und vom Ingolstädter Rathaussturm. Ein Stadtrundgang am Samstag vertieft das Thema.

Sturmvögel der Revolution
Kurt Eisner ruft die Republik aus
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Am 7. November 1918 zeigte sich der Spätherbst in München von seiner schönsten Seite. Die Theresienwiese lag im milden Nachmittagslicht – doch in der Volksmenge, die sich im Schatten der Bavaria versammelt hatte, brodelte es: Zermürbt von den schwindelerregend hohen Opferzahlen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, vom Hunger zuhause und von der Sturheit des morschen Systems brach sich der Umsturz mit brausendem Jubel Bahn: München erlebte die bis dato größte Demonstration seiner Geschichte. Am späten Abend war Bayern ein Freistaat.

Führung 
Geplante Stationen: Historische Schauplätze an der Route des Demonstrationszuges vom 7. November 1918 (Theresienwiese, Hauptbahnhof, Mathäser Bierhallen, Landtagsgebäude an der Prannerstraße)
Wann: Sa., 13.10.2018, 11.00 - 13.00 Uhr
Treffpunkt: Verkehrszentrum des Deutschen Museums, Am Bavariapark 5, München
Preis: 15 €

Anmeldung für Samstagvormittag per Mail ..


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Neuerscheinung

Eben noch unter Kronleuchtern ...
Die Revolution 1918/1919 aus Sicht der bayerischen Königstöchter

Herausgegeben von Christiane Böhm

Hardcover mit Lesebändchen, 180 Seiten und über 40 historischen Abbildungen
18,00 € (D), ISBN 978-3-944936-52-9


Buchpräsentation in Berchtesgaden

Wann: Freitag, 19.10.2018, 18.00 Uhr

Wo: Rehmuseum, Königliches Schloss, Schlossplatz, 83471 Berchtesgaden

Eintritt frei

Lesung, Bildprojektion und Podiumsgespräch mit der Herausgeberin Christiane Böhm, eingeführt und moderiert von Klaus Reichold, Landeshistoriker und Lektor des Buches.

Im Anschluss besteht Gelegenheit, mit der Herausgeberin Christiane Böhm persönlich ins Gespräch zu kommen, das Buch zu erwerben und signieren zu lassen.

Herausgeberin und Verlag stellen diese Neuerscheinung zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Dass die Premiere im Rehmuseum des Königlichen Schlosses Berchtesgaden stattfinden kann, ist ein Glücksfall. Denn nach der Flucht der königlichen Familie aus München und dem Tod Ludwigs III., des letzten Königs von Bayern, machte dessen Sohn Kronprinz Rupprecht 1922 Schloss Berchtesgaden zu seinem ständigen Wohnsitz. Der heutige Chef des Hauses Wittelsbach, Herzog Franz von Bayern, nutzt das Schloss als Sommerresidenz. Das Rehmuseum, in dessen Räumen das Buch präsentiert wird, zeigt die Sammlung von Herzog Albrecht von Bayern, der die Umsturznacht vom 7./8. November 1918 als 13-jähriger Enkel Ludwigs III. und Erbprinz – also als designierter Thronfolger – miterlebt hat. Das Buch erzählt auch seine Fluchtgeschichte.


Buchpräsentation in München
mit Herausgeberin Christiane Böhm, Lektor Klaus Reichold und Verleger Thomas Endl

Wann: Mo., 29.10.2018, 19.30 Uhr
Wo: Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Eintritt frei


Das Buch

"Unser Leben ist wie ein spannender Roman; alles spitzt sich jetzt auf Stunden zusammen." (Prinzessin Wiltrud von Bayern)

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 stürzt mit König Ludwig III. von Bayern der erste deutsche Monarch von seinem Thron. Seine Flucht aus München samt Familie, Hofangehörigen und Bediensteten ist voller Pannen.

Im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher hat Christiane Böhm die Tagebücher der Königstochter Wiltrud entdeckt. Sie erlauben einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen jener turbulenten Tage, werden in diesem Band erstmals ausführlich veröffentlicht und lassen den Leser in ein Drama von shakespeare’scher Wucht eintauchen: Die Königin ist sterbenskrank. Ihre Angehörigen fürchten, einem ähnlichen Schicksal anheimzufallen wie die russische Zarenfamilie, die wenige Wochen zuvor ermordet worden ist. Die jüngste Tochter bangt um das Zustandekommen ihrer mühsam arrangierten Ehe. Und ihr Verlobter wird Augenzeuge der tödlichen Schüsse auf den Revolutionsführer und bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner.


Leseprobe

Ohne Licht folgte das Auto dem der Eltern durch die schwachbeleuchtete und gegen Osten menschenleere Stadt. „Albrecht mußte sich ducken und die Mütze vorziehen, Hildegard war auch zusammengekauert am Rücksitz. Albrecht glaubte einen Soldaten gesehen zu haben, der dem Auto einen Stein nachwarf — etwas hörte ich auch gegen das Auto prallen. Zwei Leute gingen mit Hanfernen Säcken gegen die Stadt, vielleicht waren es Plünderer. Man war voll Schreck (...). Trupps von Demonstranten begegneten wir nicht, das Maschinengewehrfeuer war auch nur innen     in der Stadt. Wir glaubten an eine Schlacht zwischen Militär und Zivil. Jeden Augenblick fürchteten wir eine Panne. — Da hält das vordere Auto ...“


Die Herausgeberin


Christiane Böhm, geboren in München, war Autorin und Regisseurin beim Bayerischen Fernsehen, bevor sie sich der Geschichte der Wittelsbacher verschrieb. Am liebsten recherchiert sie im Geheimen Hausarchiv, wo die privaten Papiere der Wittelsbacher gehütet werden, eine für sie unschätzbar wertvolle Quelle.

Christiane Böhm interessiert sich vor allem für die Menschen hinter der öffentlichen Rolle oder dem politischen Geschehen, für ihren Alltag, ihre Gefühle, ihre Sehnsüchte und Ängste. Ihr Anliegen ist es, die historischen Personen und damit auch die Geschichte nahbar und nachfühlbar zu beschreiben und sie mit der Gegenwart des Lesers zu verbinden.

Zu den Wittelsbachern sind von ihr bereits erschienen: „Wie lebten Prinzen und Prinzessinnen in Wirklichkeit – Oder: Erbsen ohne Ende! Kinderalltag im bayerischen Königshaus“ und „‘Dein treuer Freund Ludwig‘ – Oder: Warum auch ein König keinen Elefanten bekam! Eine Biographie König Ludwigs II. von Bayern für Jung und Alt“, beide im August Dreesbach Verlag.

Verstärkung der Mauer am Brandenburger Tor im November 1961 (National Archive)

Seit 4. März in der ZDF-Mediathek

Walter Ulbricht - sein geheimes Doppelleben
TV-Dokumentation von Sonja von Behrens

Er belog die Welt über die Mauer wie über sein Privatleben. Die Dokumentation zeigt die Karriere und das Privatleben Walter Ulbricht aus neuer Sicht. Der DDR-Diktator war nicht nur ein gnadenloser Apparatschik und Machtmensch, er war auch Geliebter, Ehemann und Vater. Und er war durchaus lernfähig, was die Entwicklung in der DDR betraf. Nicht sein starres Festhalten am alten System führte zu seinem Sturz durch Erich Honecker, sondern Ulbrichts Wunsch nach Reformen. Mehr Infos ...

Biographie zu König Ludwig II.

Falls Sie ein Geschenk für sich selber oder für jemand anderen suchen: Unsere neu aufgelegte  Biographie über Ludwig II. mit dem Titel „Die phantastische Welt des Märchenkönigs“ bekommen Sie in jeder Buchhandlung. Und bei unseren Veranstaltungen.

Podcast zur Publikation "Im Maschinenraum des Ersten Weltkriegs - Eine Spurensuche in Ingolstadt"

Zum "virtuellen Museum" Im Maschinenraum des Krieges, das wir gemeinsam mit der append[x] GmbH für das Bayerische Armeemuseum erarbeitet haben, gibt es nun auch eine Begleit-Publikation.

Franz Hofmeier, der schon zahllose Schulklassen durch das Bayersiche Armeemuseum geführt hat, hat die Informationen nochmals erweitert und jugendgerecht formuliert, um auch Schülern die konkreten Konsequenzen, die der Krieg für Ingolstadt hatte, nahe zu bringen:

Franz Hofmeier: Im Maschinenraum des Ersten Weltkriegs. Eine Spurensuche in Ingolstadt, in der Reihe Materialien des Museumspädagogischen Zentrums München (MPZ), herausgegeben vom Bayerischen Armeemuseum. Erhältlich u.a. hier ...

Dr. Isabella Kreim vom Kulturkanal Ingolstadt hat die Neuerscheinung und das ganze Projekt nun ausführlich im Radio vorgestellt. Hier gibt es den Beitrag zum Nachhören ...  

Die Histonauten zu Gast bei "Habe die Ehre!"
Jetzt nachhören in der Mediathek von BR Heimat

Wie können wir aus der Geschichte lernen?

Die Histonauten Klaus Reichold und Thomas Endl fragen nach dem Zusammenhang der Ereignisse.

Sie waren zu Gast bei Conny Glogger und haben ihre Arbeit vorgestellt.

PIN.X - Bilder drehen, Bilder verstehen
Museums- und Filmpädagogik
in der Pinakothek der Moderne

Wir filmen mit Schülerinnen und Schülern! Aus Kunst werden Videos, aus "Stills" Stories. Mehr Infos ...

Wenn Sie auch Interesse daran haben, mit Ihrer Klasse teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns.

Im Maschinenraum des Krieges
Das Bayerische Armeemuseum erinnert an den Ersten Weltkrieg

Die Histonauten haben im Auftrag des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt und in Zusammenarbeit mit append[x] ein „Virtuelles Museum“ geschaffen. Es verbindet historisch relevante Schauplätze in Ingolstadt mit der großen Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly und steht unter http://1914-1918.armeemuseum.de online. Ein  Artikel von Klaus Reichold und ein Trailer von Thomas Endl stellen das Projekt hier vor:

Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)
Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)

 

Stammheim – Die RAF vor Gericht
Ein hochgesicherter Gerichtssaal als Schauplatz erbitterter Wortgefechte
Noch bis 1.5.2022 in der ARD-Mediathek

Auf der Anklagebank saßen die wohl „prominentesten“ Terroristen jener Jahre. Die Verhandlungen zogen sich über 192 Tage. Und die Akten, die in diesem Zeitraum entstanden, umfassten schließlich 50.000 Seiten. Der Strafprozess gegen die „erste Generation“ der „Roten Armee Fraktion“, darunter Andreas Baader und Ulrike Meinhof, war einer der längsten und spektakulärsten in der deutschen Justizgeschichte.

Unsere Hamburger Mit-Histonautin Sonja von Behrens leuchtet in einer ARD-Fernsehdokumentation mit ihrem Kollegen Thomas Schuhbauer die emotionalen Hintergründe dieses Machtkampfes aus, der in den „Deutschen Herbst“ von 1977 mündete.

40 Jahre nach dem Geschehen kommen viele Beteiligte von damals zu Wort und ordnen die Ereignisse neu ein: Richter im Stammheimer Prozess wie Theodor Prinzing, Kurt Breucker und Eberhard Foth, Verteidiger wie Hans-Christian Ströbele, Rupert von Plottnitz und Kurt Groenewold sowie Journalisten und Prozessbeobachter wie der Theatermacher Claus Peymann und der damals 16-jährige Schüler und heutige Filmemacher Andres Veiel. Der Film enthüllt, dass das Stammheimer Gericht am Zustandekommen der Sondergesetze beteiligt war, mit denen kurz vor Prozessbeginn die Rechte von Angeklagten und Verteidigern beschnitten wurden, und erzählt das private Drama im Hause Prinzing: Seine Tochter Gabriele war Sympathisantin der RAF. Beide offenbaren in ausführlichen Interviews erstmals die persönliche Seite eines Prozesses, der das Land spaltete.

45-minütige Fernsehdokumentation von Thomas Schuhbauer und Sonja von Behrens

Sonja von Behrens und ihre Kollegen freuen sich über Sie als Zuschauer!